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Schamanismus - Hintergründe ...

 

Ursprünglich stammt der Begriff shaman aus der evenkischen Sprache (Tungusisch). Im Hinblick auf die Bedeutung und den Versuch einer allgemein akzeptierten etymologischen Zuordnung gehen die Meinungen auseinander. 

 

Kurz und knapp formuliert, werden in der heutigen Zeit unter Schamanismus Methoden der Wandlung und Heilung verstanden, die mittels gezielt eingesetzter Trance und durch den Kontakt mit Wesenheiten (spirits)/"Energien" aus anderen Daseinsbereichen/Welten ermöglicht werden. Der Schamane/in selbst arbeitet dabei als Vermittler/in, ist ein (gezielt und bewusst!) Reisender zwischen den verschiedenen Welten, um Lösungen und Veränderungen auf den verschiedenen Ebenen unseres Seins zu (be)wirken.

 

Auf welche Weise und in welchem (rituellem) Kontext der Bewusstseinszustand der Trance und damit das charakteristische schamanische Reisen erreicht und praktiziert wird, ist je nach kulturellem Bezugsrahmen und zugrunde liegender Kosmologie unterschiedlich.

Besonders im Bereich des zeitgenössischen Neo-Schamanismus gibt es den Ansatz des core-shamanism ("Kern-Schamanismus" - siehe dazu die Schriften von Michael Harner u.a.), der besonders auf die kultur- und zeitenübergreifenden Gemeinsamkeiten der schamanischen Praktiken ausgerichtet ist.

  

All dies soll und darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Schamanismus als vereinheitlichender und übergeordneter Begriff ein Konzept ist und zwar eines, was wiederum dem typisch modern-wissenschaftlichen Streben nach „Eintüten in eine Kategorie und Begreifbar-machen-wollen" folgt - mit all den Konsequenzen der Simplifizierung und Verwässerung, die diese Herangehensweise mit sich bringt.

 

Schamanische Praxis in der heutigen Zeit?

 

Schamanisches Arbeiten und Wirken ist Bestandteil unseres archaischen, menschlichen Erbes. So gesehen, ist schamanische Praxis gleichzeitig zeitlos und zutiefst historisch verwurzelt. Bei entsprechend vorhandenen Rahmenbedingungen (siehe unten) stellen die schamanischen Methoden einen Erfahrungs- und Heilungsraum auf Seelen-Ebene bereit, der jenseits von konzeptuellen Überlagerungen wirksam, überaus kraftvoll und zugänglich ist.

 

Für den schamanisch Praktizierenden oder die Schamanin ist letzteres, also der Zugang, das Entscheidende: Wir benötigen sozusagen einen Zugangscode, um in die schamanischen Welten zu gelangen und dort „wirken" zu können.

 

Diesen Zugangscode bekommen wir auf unterschiedliche Weisen – zum Beispiel:

  • durch fundiertes Training und Unterweisungen (im "realen" Leben, durch Visionen und Träume, sowie durch UPG - unverified personal gnosis – also die nicht verifizierbare persönliche Erkenntnis und Schau durch die Kommunikation mit (Ahnen)spirits/ongod und Verbündeten),
  • durch Erbschaft und Übertragung (d.h. durch das Hineingeboren- und/oder Adoptiertwerden in eine bestehende schamanische Linie),
  • durch das Durchleben und Überleben einer so genannten Schamanenkrankheit (die in vielen Aspekten und Symptomen westlich-psychiatrischen Syndromen ähnelt, aber durch herkömmliche Psychopharmaka nicht nachhaltig behandelbar ist).

Damit die oben genannten Schlüsselvoraussetzungen Früchte hervorbringen können, benötigen sie einen fruchtbaren Boden, fortwährende Nahrung sowie weitere Umweltbedingungen, um nachhaltig zu reifen:  

 

  • die Offenheit und Bereitschaft dem großen Ganzen und allem was war, ist und sein wird, zu dienen
  • Beharrlichkeit
  • eine gewisse Scham- und Furchtlosigkeit, um ohne „Interferenz und Filter" des einengenden Egos „zu machen und zu tun", was es zu tun und zu machen gibt und bei aller Be-Geisterung
  • eine selbstkritische Achtsamkeit und bodenständige Selbstbeobachtung dessen was da passiert und „wer" da spricht und agiert. 

Da die Essenz schamanischer Ansätze auf der Beseeltheit und Verbundenheit aller Wesen und Welten basiert, spielen auch die jeweiligen Umgebungsfaktoren und -bedingungen eine große Rolle: So sind die Wahl der "richtigen" Zeit und des "richtigen" Orts für das Gelingen einer Ritual-Arbeit überaus wichtig. 

Und: Wenn wir in einer Kultur oder in einem Land wie Deutschland schamanisch arbeiten, welches seine eigenen kulturellen Wurzeln eher verdrängt und scheut, werden wir es schwer haben, „offen und direkt" mit Ahnen-Energien arbeiten zu können: Die kollektiven Abwehrmechanismen erzeugen „Mauern" und zusätzliche Blockaden.

 

Für den schamanischen Arbeitsalltag bedeutet dies: Noch mehr Hingabe, Kraft und Geduld und eine gute Portion Sturheit sind notwendig, um sich vom "Kollektiv-Dämon" in seinen vielfältigen Ausgestaltungen abgrenzen und effektiv arbeiten zu können. Denn genau darum geht es: wirken, weben, transformieren - ob mit oder ohne "Federgewand"!

 

 

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