Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 
Hier finden Sie eine Auswahl meiner Essays (Fragmentaries), Lyrik (Lyricals) und Audios.
Here you find a wild selection of my essays (fragmentaries), poems (lyricals) and musical compositions (audios).
 
Aktuell arbeite ich intensiv an einem deutsch- und an einem englischsprachigen Roman, sowie an kurzformatigen Projekten.
Bitte unterstützen Sie meine "Werke im Werden" durch Ihre Spende und/oder Sponsoring:
Currently I am immersed in writing my english fantasy-novel and another novel-project in German.
Please support my work and projects with your donation/sponsorship:

Vielen Dank!

Thank you!

 

Beltane 2017: Von der freien Lust auf Leben ...

Blog-Wise >>

Beltane/Beltaine ist eines der vier großen keltischen Sonnen-Feuer-Feste des Jahreskreises. Der feurige Sonnengott Bel(enus) vereinigt sich mit der Göttin Danu, jene, in deren Tiefe das Wasser die Erde berührt. Beide zusammen feiern die Lebendigkeit, die Fruchtbarkeit, die Lust. Bringen neues Leben für das Land, die Menschen, die Tiere.

 

Je nach regionalen Gepflogenheiten wurde die Vereinigung von Gott und Göttin stellvertretend durch eine Priesterin und einen Priester vollzogen, um die Fruchtbarkeit der Ländereien, der Menschen und ihres Viehs zu gewährleisten.

Wir finden dieses Brauchtum auch heute noch in der Wahl der „Maikönigin“ und des „Maikönigs“ angedeutet … wenn auch in verwässerter, „sitten- und machttechnisch angepasster“ Form, z.B. indem die Maibraut dem Maikönig übergeben oder an den Meistbietenden versteigert wird.

 

Wie auch immer … nach der Vereinigung von Priester und Priesterin herrschte, germanisch ausgedrückt, die „Frey(r/a)-Nacht“, das heißt, soziale Bindungen waren für den Rest der Nacht aufgehoben und Mann und Frau begegneten einander als Stellvertreter/innen des göttlichen Paars. Kinder, die aus dieser Nacht hervorgingen, galten als besonders von den Göttern gesegnet.

 

Die hierzulande verbreitete Bezeichnung Walpurgisnacht, die Nacht der auf ihren Besen reitenden Hexen, ist eine Ausdünstung christlich-patriarchaler Bemühungen, dem allzu freien (und viel zu offensichtlichem!) Liebesleben schein-heilige, machogeschmiedete Fesseln anzulegen. Walpurga oder Walburga ist eine ehemalige, heilig gesprochene Äbtissin, eine katholische Schutzheilige, die vor „bösen Hexen“ schützen soll.

Vielleicht überprüfst du für dich, solltest du die Nacht vor dem 1. Mai als „Walpurgisnacht“ bezeichnen noch mal, ob du wirklich den spirit einer Walpurgisnacht in deinem Leben haben möchtest … Magie der Wörter = Wiederbelebung von Vergangenheit = neues Machtfutter für "gewisse" Strukturen, die möglicherweise (?!) im Widerspruch zu einer freigeistig orientierten Praxis stehen.

 

Ein weiteres wichtiges Element zu Beltane ist das Feuer. Ähnlich wie das Osterfeuer dient es dazu, alle Lebewesen von der Dunkelheit und Starre des Winters zu befreien und (wieder) zu beleben.

Du kannst diese Tradition in einem Feuer-Ritual für dich (allein oder in Gemeinschaft) zelebrieren, indem du all das ins Feuer gibst, was dich blockiert, deine Lebenslust bindet, was deinen Lebensweg torpediert.

Zum Beispiel, indem du vorher trockene Äste als Symbole für die frei zu gebenden Kräfte sammelst oder – noch intensiver –, das was dich begrenzt, was dich nervt, in das Feuer brüllst … also so richtig aus deinen dunkelsten Kerkertiefen heraus … volle Lotte … und vor allem … ohne Scham und Skrupel! Wenn du alles ins Feuer gegeben hast, stell' dir vor, wie das Kerkermaterial im großen Feuerkessel der Erdgöttin, z.B. der keltisch-walisischen Cerridwen, verbrennt und transformiert wird. Dann spür' hinein, welche befreienden Kräfte du dir ab sofort in deinem Leben wünschst und sprich'/sing' sie raus, während du über das Feuer springst (sofern ohne zu großes Risiko möglich).

Yes!

 

Der Maibaum, in vielen Regionen traditionell eine Birke oder Esche ist ein Relikt aus alten schamanischen Traditionen unserer Breitengrade: Er erinnert und verbindet uns mit dem Weltenbaum Yggdrasil. Wir heißen das Leben willkommen, feiern und ehren es zu Beginn der warmen Jahreszeit. Indem wir um den Weltenbaum tanzen, während wir mit bunten Bändern unser eigenes Schicksal um die Weltenachse weben, bekräftigen und vergegenwärtigen wir uns die Verbundenheit mit allem, was ist. Mittels Opfergabe von Tanz und Gesang bitten wir die Schicksalsmächte, unser Schicksalsgewebe mit ihrem Segen und mit ihrer Fruchtbarkeitskraft zu tränken und nähren.

Ja, die "modernen Wer-klaut-wem-den-Maibaum-Inszenierungen" haben sich ein bisserl in eine eher enge, lokalpatriotische Richtung verschoben ... der Maibaum als territoriales Statement und Eroberungsobjekt ;). 

 

Der Minnebrauch, dass „er“ seiner Liebsten einen Maibaum unter das Fenster drapiert, ist eine mittelalterliche Entwicklung und entspricht dem Versuch, die ursprünglich als frei und ungebunden gefeierte Lust und Verbindung zum ersten Mai in ein, wenn auch romantisch-süßlich verpacktes, bürgerlich-christlich arrangiertes Korsett zu bugsieren. Damit bloss alles seine (distanziert-idealisierte) Ordnung hat!

Daraus hat sich dann der bis in die heutige Zeit hineinnebelnde Brauch entwickelt, im Mai zu heiraten: Damit man/frau nicht auf dumme Gedanken kommt und die Lust und Liebe zu gefährlich frei auslebt … vor einem bevorstehenden Eheversprechen noch ausbüchst …

 

Ja, ja, liebe Freunde des S. Freud: Natürlich kündet der Maibaum vom Phallus und das nette Blumenkränzchen, das seine Spitze ziert und von eben dieser durchstoßen wird, erinnert an eine weibliche Vulva. So what?

Das Leben ist relativ simpel gestrickt. Es geht immer wieder um die gleichen Kräfte und Dinge. Wir machen es halt gerne kompliziert und schachtelig, um uns beschäftigt zu halten und mithilfe von vielschichtigen Bedeutungsansammlungen aufzublähen.

 

Zu Beltane und auch im gesamten Monat Mai geht es folglich nicht um „geordnete“ Partnerschaften und verbindliche Liebe. Wer also im Mai einander das Ja-Wort gibt, ist „selbst schuld“.

 

Vielmehr geht es darum, das Leben im Hier und Jetzt voll und ganz zu bejahen. Die Lebenslust über Bedenken, Scham und andere Kerkerkleber drüber zu stäuben. Das Leben, die vielen Blüten und all das frische Grün unter größtmöglicher Umgehung moralisierender und begrenzender Hirnwindungen zu feiern und genießen:

Ohne Einschränkung – ohne konstruierte Bindung an wen oder was auch immer.

Jedoch … wichtig … immer mit beidseitigem (oder mehrseitigem) Einverständnis, gegenseitiger Wertschätzung und Respekt!

 

Und nicht zu vergessen: Um Verbindung geht es, um das Leben feiern, das wissen wir nun. Aber selbstverständlich nicht beschränkt auf die „sichtbare Welt“. Ähnlich wie zu Samhain, sind auch zu Beltane die Grenzen zwischen den Welten äußerst löchrig … hast du schon eine Einladung bekommen, vorzugsweise aus dem Feenreich? Denn die Feen warten und feiern schon, freuen sich auf all die Menschlein, die sich unter einer Erle in ihr Reich verirren … *lalala ... 

 

 

© Ann-Uta Beißwenger 2017

 

Aus aktuellem Anlass und weil ich immer noch keinen *Bling-Bling-Werbe-Blog möchte: 

Der Monat April hat so viele Klicks wie noch nie generiert, und so wenige Spenden wie noch nie: nämiich Null Euro.

Bitte hilf' mir, mich zur Weiterführung des Blogs zu motivieren ;).

Unterstütze meine Arbeit. Jeder Euro zählt.

Vielen Dank!

 

 

 

 

Neugierig geworden? Hier geht's zu meinen  Veranstaltungen für 2017

 

Über den Buchhandel und online erhältlich, mein Buch (in Print- und Ebook-Version):

 

Wortgemälde für den Weg

Eine Liebeserklärung an das Leben, den Tod und das Dazwischen

Lyrik - Kurzprosa - Fragmente

ISBN: 978-3-7412-7390-2

TB, 264 Seiten

 

 

 

 

Zurück zur Übersicht
Empfehlen Sie diesen Beitrag weiter!

Kommentare

Kein Kommentar gefunden

Kommentar hinzufügen