Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 
Mein Name ist AnU.
Die Technik-Prüfung ist bestanden und nun "darf" ich mich um meine Semester-Abschlusskomposition kümmern ... und weiter Musiktheorie lernen.
Daher habe ich mir für die kommenden Wochen eine Blog-Pause verordnet.
Ich muss mich auch um die Finanzierung des nächsten Semesters kümmern.
Da dieses eine doppelte Studiengebühr (plus Zugtickets nach FFM) bedeutet, weiß ich zur Zeit nicht, wie ich das finanztechnisch hinbekommen soll (trotz Arbeiten rund um die Uhr ... ich habe definitiv den falschen Job, moneywise betrachtet ...).

Bitte unterstütze mein Studium, Schreiben und Komponieren mit deiner Spende/Kooperationen/Sponsoring ... 

 
My name is AnU.
I have passed intermediate-exams ... now finals and the major final composition are coming up. Therefore I will need all my time and energy to somehow get myself to focus on composing (and studying) "on the grid". Also I am worried about how to manage the next semester as this will mean double academy-fees plus all those nasty train-tickets to Frankfurt. I am already working night and day, but it seems, I definetely have the wrong job, moneywise at least.
Please support my musical professionalization, my writing and composing  with your donation/cooperation/sponsorship:
 
Vielen Dank! Thank you!
 

Fragmentary: Über das Schreiben …

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Goðafoss,
 Iceland (c) Ann-Uta Beißwenger 2018

 

So einen Roman zu schreiben, bedeutet die Büchse der Pandora zu öffnen. Sich dem (noch) Unbekannten hinzugeben, es entstehen zu lassen. Irgendwie eine dynamische Balance zu finden, zwischen Zügel loslassen und Zügel anziehen.

 

Notizen und Helden hatte ich mitgebracht, von der Insel aus Feuer und Eis. Eingesperrt hatte ich die Notizen und Helden in meine Vorstellungen und Erwartungen. Sie mochten das überhaupt nicht. Die Notizen und Helden, wehrten sich mit ihren konspirativen Buchstabenhänden. Sie brachen aus, aus meinen Konzepten.

 

Wie ein Bienenschwarm summen sie durch meine Achtsamkeitsräume und lassen mich im Alltag gegen Glastüren rennen. Ihre Gegenwart in meiner Gegenwart. Die Notizen und die Helden, sie sind Teil meiner Gegenwart, mogeln sich mit mir unter die Dusche, spülen das Geschirr mit mir, schieben sich überall dazwischen mit neuen Plots und Twists.

 

Es ist voll geworden, in meinem Alltag!

 

Ich frage mich: Wer erschafft hier wen? Ist das alles ein Musenkomplott, eine inspirative Verschwörung, die sich meines Alltags bemächtigt, ihn übertüncht mit ihren lauten Farben? Bin ich lediglich die Exekutive, das weltverlorene und daher willige Werkzeug einer anderen Zeit, eines Paralleluniversums?

(Ich sehe es bildlich vor mir: In einer anderen Galaxie sitzen sie an ihrem Ansible-Kommunikator, klatschen in ihre schuppigen Alienflughände und amüsieren sich über die Lichtjahre entfernte humanoide Comedy)

 

Dankbar bin ich ihnen, all den Wesen, die mich auserkoren haben, ihnen Worte und Stimme zu verleihen. Ich streife durch Fachgebiete, über deren Existenz ich in meinen abwegigsten Traumlandschaften nicht einmal wusste: Wie hat man/frau "früher" eigentlich Torf gestochen … Was ist der Unterschied zwischen Nieder- und Hochmoor … und was hat das alles mit Gletschern zu tun …?

Während ich den widerspenstigen Honig auf mein Frühstücksbrot drapiere, beschäftigt mich die existentielle Frage, wie man denn, so ganz praktisch und pragmatisch, aus einem engen Leichenaufbewahrungsfach entkommt, wenn man fälschlicherweise für tot erklärt wurde und nun in der dunklen Enge erwacht und realisiert, wo frau sich offensichtlich befindet?

 

Schreiben bedeutet das Hineingeworfenwerden in den brodelnden Kessel des Numinosen, des Widersprüchlichen und Grenzenlosen: Das sich Einlassen können auf surreale Bilder, zu deren Beschreibung zunächst die konventionellen semantischen und linguistischen Kategorien fehlen. Es erfordert den Mut, sich auf diese Erscheinungen und deren Vernetzungen einzulassen, sich behutsam in ihre innere Dynamik und Natur vorzutasten. Um schließlich diejenigen Wörter zu (er)finden, die Bedeutungsbrücken bauen können für die Leser. 

Denn das Schreiben als kreativer Akt wird erst durch die Rezeption des Lesers, durch den emotionalen Widerhall in den Landschaften des Lesenden, vollendet.

 

Als Dichterin und Musikerin, bin ich es gewohnt, einem Musenimpuls zu lauschen, ihn möglichst unmittelbar umzusetzen und dann hier und da ein wenig zu schleifen und feilen.

Da die Gedichte und Musikkompositionen in der Regel längen- und ebenentechnisch eher überschaubar sind, gelange ich (meist) über kurz oder mittellang zu einem Ergebnis, das ich erstmal wirken lassen und aushalten kann. Vielleicht überarbeite und vertiefe ich zu einem späteren Zeitpunkt erneut, vielleicht geht das Werk auch mehr oder weniger direkt in die Veröffentlichung.

 

Mit Romanen ist das eine ganze andere Kiste: Man kriegt den Deckel einfach nicht mehr zu! Immer wieder krabbelt und klettert etwas aus der wurmstichigen, spinnwebenumhüllten Eichentruhe und meldet sich zu Wort … oder zu Plot …: Hier noch ein Aspekt, da noch ein Charakter, der mitspielen will und muss. Was ist nun mit den Toten, sind sie wirklich tot und was heißt das überhaupt? Die Zeitebene stimmt nicht, passt nicht, ein paar Jahrhunderte rauf oder runter, verändert wieder alles. Der Plot bricht auseinander.

Neues Arrangement oder doch lieber ein paar Mitspieler in die Wüste schicken … sie wertschätzend parken in einer grünen Oase … für die nächste Romanrunde?

(Ich sehe es schon vor mir, das geheimnisumkrustete Labyrinth unterhalb der grünen Oase, der Minotaurus wartet ...)

 

Es bleibt spannend.

Seit einiger Zeit haben sich zwei Plots durchgesetzt, ein englischsprachiger und ein deutschsprachiger, um das kreatiefe Gleichgewicht zu wahren und um Musenfraktionsstress zu vermeiden.

 

Ob das so bleibt, steht in den Sternen oder mit den Motiven des englischsprachigen Werkes formuliert:

The Blue Ones watch and weave in the darkness of their sparkling abode …

 

 

P.S.: Natürlich gibt es regalmeterweise Ratgeber zum Thema Plot- und Figurenentwicklung usw... Auffallend oft von Autoren geschrieben, die selbst noch keine nennenswerten, schreiberischen Erfolge verzeichnen konnten. Oder/und von solchen, die die "Anleitung" als PR-Maßnahme für ihre eigenen so-lala-selling books nutzen wollen. Es gibt Ausnahmen ... "Writing Fiction" von u.a. Randy Ingermanson aus der legendären Dummies-Serie oder Stephen Kings "Das Leben und das Schreiben", ja und auch Christopher Voglers "The Writer's Journey".

Sie alle providen inspirierende Wegeverpflegung und grundlegende Navigationshilfen.  Aber kein Werk kann (und will?) den eigenen Erfahrungsschatz, der durch die Irrwege und Erkenntnisse des eigenen Schaffensprozesses entsteht, wächst und gedeiht, ersetzen.

 

Text und Foto © Ann-Uta Beißwenger 2018

 

 

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