Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 
Mein Name ist AnU.
In meinem Blog könnt ihr meinen Werde-Gang vom kreativen Freestyle-Nerd zur (hoffentlich) professionellen Audio- und Musikproduzentin verfolgen.
Aktuell studiere ich an der Deutschen Pop, um meiner Kreativität ein technisch-professionelles Fundament "zu verpassen"  ...
 
My name is AnU.
I am a creative nerd on her stubborn and dedicated path towards professionalization in the limitless wonderland of sounds and words.
For this end (and some others) I am studying professional audio-production and music-design at Deutsche Pop.
Please support my studies, composing and audio-/music creation with your donation/cooperation/sponsorship:
Bitte unterstützen Sie mein Studium, meine Kompositionen und meine Audio-Produktionen durch Ihre Spende, Kooperationen und Sponsoring:
 
Vielen Dank! Thank you!
 

Fragmentary: Über die Liebe ...

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Liebe ist kein Ding, das man oder frau dauerhaft installieren und beliebig bei Bedarf reproduzieren kann. Liebe ist nicht planbar, nicht manipulier- und noch weniger kontrollierbar. Liebe kann alles und jeden aus den Angeln heben. Das macht sie um so reizvoller und interessanter – in einer Zeit, in der sich der Mensch berufen fühlt, sich und sein Leben weitestgehend durchzustylen, zu planen und darüber zu bestimmen.

 

Verliebtsein und Liebe – ketzerisch-medizinisch ausgedrückt, verhalten sich beide zueinander wie die akute und die chronische Verlaufsform einer Erkrankung. 

Im akuten Fall geht diese einher mit Unruhe, Aufgeregtheit, erhöhtem Puls, den berühmten „Schmetterlingen“ im Bauch und  Appetitlosigkeit ... Tunnelblick und entsprechend eingeengte Wahrnehmung ... Ekstatische Hochgefühle mit signifikanter Steigerung und Intensivierung der Symptome bei Sichtung des jeweiligen Objekts der Begierde ... und oft dramatische Entzugserscheinungen bei Abwesenheit desselben.

Bleibt das Verliebtsein einseitig und findet keinen „positiven“ Widerhall, kann dies zu Komplikationen und Entgleisungen wie narzisstisch-depressive Krisen bis hin zu suizidalen Phänomenen führen.

 

Wie das oft so ist, ist die chronische Verlaufsform eher unscheinbar und häufig maskiert. Sie zeichnet sich innerlich durch Fixierung und (latente) Abhängigkeit, äußerlich durch Anpassungsstrategien und (latente) Kompromissbereitschaft aus.

Insbesondere unter dem Einfluss einschneidender Lebensumstände und Veränderungen rückt die Liebe wieder in den Vordergrund des Bewusstseins oder eben auch nicht. Dann kann es im Gefolge zu Beziehungskonflikten und Trennungen kommen.

 

Darüber hinaus ...

 

Liebe schafft Verbindungen, die über den Verstand niemals zustande gekommen wären. Sie lässt uns Distanzen – kilometermäßig, kulturell und vorurteilsbasiert – überwinden, die zunächst unüberbrückbar schienen.

Die Schar innerer Schweinehunde erbleicht im Angesicht der Liebe: Liebe schafft den Anreiz für Bewegung – stellt den Impuls bereit, den inneren Schweinehund auszuhebeln und in Aktion zu gehen. Um das, was man/frau begehrt zu erreichen und zu bekommen. Es in Besitz zu nehmen.

 

Liebe ist ein potenter Konservierungsstoff, der Beziehungen haltbar(er) macht, eine Sippe stärken und zusammen halten kann. Ohne Liebe wäre die Aufrechterhaltung von Beziehungen über ein erotisches Abenteuer hinaus sowie Familiengründung & Co schwierig bis unmöglich.

Liebe ist die potenteste und gleichzeitig irrationalste Grundlage der Gemeinschaftsbildung.

 

Liebe macht bekanntlich auch blind – blind für das „Drumherum“, für die „Welt draußen“, auch für die Realität der Beziehung bisweilen.

Denn auch Liebe ist der Vergänglichkeit unterworfen. Das verdrängen wir gerne. Versuchen „sie“ daher einzubetonieren und haltbar zu machen mit Gelöbnissen und Verträgen. Dies hilft jedoch nur bedingt, wie wir alle wissen.

 

Liebe trägt - ganz im Sinne der Dualität - immer auch den Samen des Hasses in sich: Wie das Aprilwetter kann Liebe von einem Moment zum nächsten ihren Kurs ändern und umschlagen – in blanken Hass. Wenn der/die/das Erwählte nicht im Erwiderungsmodus ist oder ein Konkurrent/in dazwischen funkt. Wir kennen die Entwicklungen, die daraus resultieren (können) - die Kriminalstatistik, diverse Literatursparten und das TV-Programm sind voll davon: So genannte Affekthandlungen für die eher impulshaften, filigran ausgetüpftelte und mittel- bis langfristige angelegte Rachestrategien für die mehr sadistisch veranlagten Ent-Täuschten ...

 

Liebe schafft exklusive Bezugnahmen und subjektiviert die Wahrnehmung daher noch mehr als diese es ihrer Natur nach sowieso schon ist. Wir erschaffen unseren persönlichen Lieblingszoo, in welchem wir unsere Lieblingsmenschen, -tiere, -speisen, -tätigkeiten ... in rosafarbene Gehege einsperren.

 

Und die spirituelle Liebe? Agape (1), metta (2) und so? Ja, die gibt es auch und die will auch was – ein Quentchen des Göttlichen, ein bisschen Erleuchtung, ein bisschen Erlösung, ein Paar Engelsflügel ...

 

Bedingungslose Liebe ohne etwas zu wollen, ohne eigene Interessen dahinter oder darunter ist gepflegte Selbst-Täuschung oder Naivität.

 

Liebe als kulturelles und psychologisches Phänomen in dieser unserer Zeit beinhaltet einen mehr oder weniger subtilen Kuhhandel: Du gibst was und erwartest dafür etwas (anderes). Oft wollen wir sogar ziemlich viel – nämlich mindestens all das, was wir meinen in unserer Kindheit nicht bekommen zu haben. Oder/und wir holen uns unter der Flagge der Liebe das in unser Leben, was wir meinen, selbst nicht bereitstellen zu können.

Er will ihre Wertschätzung und ihren Respekt, sie will seine Aufmerksamkeit. Sie will Sicherheit und sein Geld – er will ihre Jugend und Schönheit. Er will ihre Power und Durchsetzungskraft – sie will einen hingebungsvollen und gefügigen Minnesänger.

 

Ist das jetzt falsch oder schlimm ... verwerflich? Nein, natürlich nicht. Wir können das auch ruhig Liebe nennen. Wenn wir denn wollen.

Allerdings schaffen wir damit Arrangements, die uns binden – nicht nur an einen anderen Menschen oder eine Sache, sondern vor allem auch an unser eigenes Mangeldenken und -erleben: Wir brauchen etwas oder jemanden im Außen, um uns vollständig und zufrieden zu fühlen.

Wir benutzen die Liebe als Plombe, um unsere eigenen Themen nicht zu fühlen, zu verdecken und zu verstecken ...

 

Und ja, das betrifft auch die Eigen-Liebe: Wir rotieren nur noch um uns selbst, lieben uns so sehr, dass wir unsere Traurigkeit und unsere Wut nicht mehr spüren, wähnen uns vom Rest der Welt unabhängig ... und enden auf unserem alle(s) überragenden Elfenbeinturm in der narzisstischen Isolationsfalle.

 

Eine Liebe, die einengt, sich selbst oder andere, etwas oder jemanden an sich kettet, führt über kurz oder lang in die Unfreiheit, endet entwicklungstechnisch in einer Sarg-Gasse.

 

Liebe basiert auf Öffnung. Sich einem anderen Wesen und sich selbst zu öffnen, als ganzer Mensch mit ganzem Spektrum, ohne sich oder den anderen/das andere auf einzelne Teilaspekte und Rollen zu reduzieren und zu begrenzen.

Liebe entgrenzt, schafft Neues, Unerwartetes, Spiel-Raum ... wenn wir sie lassen ...

 

© Ann-Uta Beißwenger 2016

 

 

(1) Agape = ein Begriff aus dem christlichen Kontext: bedingungslose, göttliche Liebe

(2) Metta = ein Begriff aus dem Buddhismus: Liebende Güte

 

 

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Aktuelle Veranstaltungshinweise:

 

Unsere Beziehungsmuster erkennen, transformieren und heilen – Intensiv-WE am 21./22. Mai in Kassel

Erkennen und Verstehen wie wir selber und andere „ticken“: Leben = Beziehung: Menschen-Menschen, Ideen-Menschen und Raum-Menschen – 03. bis 05. Juni in Kassel

 

 

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