Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 
Die Vorarbeiten für die EP-Produktion haben begonnen ... ich bin dabei einen Katalog für potentielle Distributors/Plattenlabels zu erstellen. Daher sind einige meiner Songs aus dem Blog "verschwunden". Falls ihr eure Favorites nicht mehr findet: Don't worry, be happy ... denn diese gibt es vielleicht bald in "neuem (professionellerem) Gewand" auf EP im März 2020 ... Falls ihr einen Song findet/hört und euch fragt, "wieso hat sie den nicht in die Auswahl mit reingenommen" ... just eMail me :). Danke für eure Mithilfe!
Bitte unterstütze meine Kompositionen/Musikproduktionen und mein Schreiben mit deiner Spende/Kooperationen/Sponsoring ... 

 

Preparations for my EP-production have begun. I am in the midst of compilating a catalogue of old (and new) songs for potential distributors/record labels. Therefore you might not find your favorite in this Blog anylonger, because I have picked it for the pre-selection: Don't worry, be happy, because it might reappear in a new (and more professional) disguise on my EP in March 2020. In case you spot a song and wonder, why I havn't chosen it for my pre-selection, feel free to eMail me. Thank you.

Please support my composing/music-production and writing  with your donation/cooperation/sponsorship:

 
Vielen Dank! Thank you!
 
 

Glattgebügelte Worte ...

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Ungebügelte Worte, eingesperrt in stillgelegte Gewässer. Einbetoniert, eingetunnelt. Aus der Sichtbarkeit und Hörbarkeit verdrängt, durchziehen die unterirdischen Wässrigkeiten deine Stadt.

Selbstvergessen schreitest du über die Wortkadaver, registrierst bisweilen den dezent angewesten Duft, der von links unten an deine Riechfäden herantritt, sie dumpf umschmeichelt.

 

Geistesabwesend zupfst du an deiner Nase – der Riecheindruck bleibt und weckt Assoziationen des alten Schrebergartens, in dem du die Sommer deiner Kindheit verbrachtest: Unter knorrigen, im Wind knarzenden Apfel- und Pflaumenbäumen, die schief gepflasterten Gartenwege umsäumt von bunten Blumen unterschiedlicher Herkunft.

 

Dort fing es an mit dem Bügeln der Sprache – es beginnt immer irgendwo.

Sobald du anfängst die ersten Laute zu formen, werden sie von den Erwartungen deiner Umgebungsmenschen zurechtgezupft, hier und da einige Blütenblätter hinzugefügt. Dornig-Zweideutiges wird mit Pinzette und Skalpell sorgfältig entfernt, das Bügeleisen anschließend wohltemperiert über Blüten und Narben geschoben.

 

Du gewöhnst dich an den Duft gebügelter Blumen.

Instinktiv streckst du dich dem Lauf der Sonne entgegen, willst nicht erfrieren. Stellst deine Wuchsrichtung darauf ein. Bringst unaufgeregt geformte Blätter, manchmal sogar Blüten und süß-saure Fruchtigkeiten hervor.

Wunderst dich kurz über Dornen und Nachtschattengewächse, ihr Woher und Wohin, das dich im silbrigen Mondschein bei Nacht kühl durchweht und die Narben aus deiner frühen Kindheit jucken lässt.

Das Bügeleisen fährt am nächsten Morgen darüber. Bist inzwischen alt genug, selbst zu bügeln. Hast deinen Platz eingenommen, im kollektiven Bügel-Kanon.

 

Manchmal fällt dir das Bügeleisen aus der Hand, du bist zu aufgewühlt, um es in deiner Hand zu führen. Dann formen die Schattengewächse in dir Laute und Worte, deren Bedeutung du nicht zuordnen kannst. Du weinst die Bedeutung an deinem Frontalhirn vorbei in deine Tränen. Sie sind voll von Verbotenem, Ausgestoßenem, Ungebügeltem. Tropfen auf den Boden, benetzen die Erde und finden dort Trost.

 

Ab und an sind es zu viele, ganze Tränenvölker, die Erde ist voll davon, kann nichts mehr aufnehmen. Sie läuft über. Die Tränen suchen und finden einander, bilden einen reißenden, oberirdischen Strom.

Die Tränen verlorener Bedeutungen, verlorener Sprache, verlorener Menschen.

 

Verlorene Menschen kommen mit heißen Bügeleisen, bügeln die Ufer des reißenden Stromes glatt, betonieren ihn sorgfältig gefaltet ein. Wenn das nicht ausreicht, wird alles in die Mangel genommen, eingetunnelt, weggesperrt, damit niemand hört, was die Flüsse erzählen. Schon gar nicht in der Stadt.

 

© Ann-Uta Beißwenger 2016

 

 

Mein aktuelles Buchprojekt freut sich über Ihre Spende:

 

 

 

 

 

 

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