Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 
Hey all,
currently the whole world is more or less struggeling within this acute crisis named corona. It's a great challenge to not loose track of one's own path. It's a great challenge to maintain some sort of balance between being aware of what happens around you and at the same time continueing to focus on what you're here for ... in this life ... within this weird web of wyrd. It's a great challenge to let this crisis infuse whatever you're doing, inspire and enrich it, in its own wyrd way.
Therefore besides everyday survival drama I am now focussing on writing my script for the fantasy-series I have started on Iceland. Want to get it into a form/structure so that I can send it to appropiate agents for Netflix/Amazon ... And there is this dystopian Sci-Fi-drama-project which so perfectly matches with what is happening right now which persistently grabs at my attention ... There are simply too many ideas buzzing in my brain and heart. Prioritization ... condensing, restructuring and working on "audience-oriented" plots is what I need to manifest now.
At the same time, music-compositions continue ... they have to ... as without composing music I definitely cannot survive all this ;))
I wish I had some #Grundeinkommen or crowd-funding-stuff running for the upcoming year which takes the pressure of shifting day-jobs from my shoulders and enables me to dedicate my heart, wits and energy wholly on manifesting the Muses' inputs  ... 
 
Please support my work ... stream my music ... on ...:
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Click here to find all the links together, including some previews ... .

 

Stay tuned and healthy!  AnU, 26th March 2020.

 

 

Glattgebügelte Worte ...

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Ungebügelte Worte, eingesperrt in stillgelegte Gewässer. Einbetoniert, eingetunnelt. Aus der Sichtbarkeit und Hörbarkeit verdrängt, durchziehen die unterirdischen Wässrigkeiten deine Stadt.

Selbstvergessen schreitest du über die Wortkadaver, registrierst bisweilen den dezent angewesten Duft, der von links unten an deine Riechfäden herantritt, sie dumpf umschmeichelt.

 

Geistesabwesend zupfst du an deiner Nase – der Riecheindruck bleibt und weckt Assoziationen des alten Schrebergartens, in dem du die Sommer deiner Kindheit verbrachtest: Unter knorrigen, im Wind knarzenden Apfel- und Pflaumenbäumen, die schief gepflasterten Gartenwege umsäumt von bunten Blumen unterschiedlicher Herkunft.

 

Dort fing es an mit dem Bügeln der Sprache – es beginnt immer irgendwo.

Sobald du anfängst die ersten Laute zu formen, werden sie von den Erwartungen deiner Umgebungsmenschen zurechtgezupft, hier und da einige Blütenblätter hinzugefügt. Dornig-Zweideutiges wird mit Pinzette und Skalpell sorgfältig entfernt, das Bügeleisen anschließend wohltemperiert über Blüten und Narben geschoben.

 

Du gewöhnst dich an den Duft gebügelter Blumen.

Instinktiv streckst du dich dem Lauf der Sonne entgegen, willst nicht erfrieren. Stellst deine Wuchsrichtung darauf ein. Bringst unaufgeregt geformte Blätter, manchmal sogar Blüten und süß-saure Fruchtigkeiten hervor.

Wunderst dich kurz über Dornen und Nachtschattengewächse, ihr Woher und Wohin, das dich im silbrigen Mondschein bei Nacht kühl durchweht und die Narben aus deiner frühen Kindheit jucken lässt.

Das Bügeleisen fährt am nächsten Morgen darüber. Bist inzwischen alt genug, selbst zu bügeln. Hast deinen Platz eingenommen, im kollektiven Bügel-Kanon.

 

Manchmal fällt dir das Bügeleisen aus der Hand, du bist zu aufgewühlt, um es in deiner Hand zu führen. Dann formen die Schattengewächse in dir Laute und Worte, deren Bedeutung du nicht zuordnen kannst. Du weinst die Bedeutung an deinem Frontalhirn vorbei in deine Tränen. Sie sind voll von Verbotenem, Ausgestoßenem, Ungebügeltem. Tropfen auf den Boden, benetzen die Erde und finden dort Trost.

 

Ab und an sind es zu viele, ganze Tränenvölker, die Erde ist voll davon, kann nichts mehr aufnehmen. Sie läuft über. Die Tränen suchen und finden einander, bilden einen reißenden, oberirdischen Strom.

Die Tränen verlorener Bedeutungen, verlorener Sprache, verlorener Menschen.

 

Verlorene Menschen kommen mit heißen Bügeleisen, bügeln die Ufer des reißenden Stromes glatt, betonieren ihn sorgfältig gefaltet ein. Wenn das nicht ausreicht, wird alles in die Mangel genommen, eingetunnelt, weggesperrt, damit niemand hört, was die Flüsse erzählen. Schon gar nicht in der Stadt.

 

© Ann-Uta Beißwenger 2016

 

 

Mein aktuelles Buchprojekt freut sich über Ihre Spende:

 

 

 

 

 

 

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