Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 
Mein Name ist AnU.
Die Technik-Prüfung ist bestanden und nun "darf" ich mich um meine Semester-Abschlusskomposition kümmern ... und weiter Musiktheorie lernen.
Daher habe ich mir für die kommenden Wochen eine Blog-Pause verordnet.
Ich muss mich auch um die Finanzierung des nächsten Semesters kümmern.
Da dieses eine doppelte Studiengebühr (plus Zugtickets nach FFM) bedeutet, weiß ich zur Zeit nicht, wie ich das finanztechnisch hinbekommen soll (trotz Arbeiten rund um die Uhr ... ich habe definitiv den falschen Job, moneywise betrachtet ...).

Bitte unterstütze mein Studium, Schreiben und Komponieren mit deiner Spende/Kooperationen/Sponsoring ... 

 
My name is AnU.
I have passed intermediate-exams ... now finals and the major final composition are coming up. Therefore I will need all my time and energy to somehow get myself to focus on composing (and studying) "on the grid". Also I am worried about how to manage the next semester as this will mean double academy-fees plus all those nasty train-tickets to Frankfurt. I am already working night and day, but it seems, I definetely have the wrong job, moneywise at least.
Please support my musical professionalization, my writing and composing  with your donation/cooperation/sponsorship:
 
Vielen Dank! Thank you!
 

Glossary: Die Gabel oder über den Vorgang der Verwesung ...

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Es war Liebe auf den zweiten Blick.

Unsere Beziehung begann mit einem Ärgernis: Irgendwo zwischen Abtrocknen und Wiedereingliederungsversuch in meine nicht vorhandene haushaltliche Ordnung zog die Gabel die Verweigerung vor. Sie schlüpfte in den nicht sehr schmalen Spalt zwischen Kühlschrank und Küchenschrank. Ich empfand dies zunächst als reine Anmaßung. Doch etwas in mir, verunmöglichte es, sie der ursprünglich angedachten Ordnung rückzuführen.

 

Der subjektiven Wahrheit verpflichtet, muss ich rückblickend anmerken, dass die aufständische Gabel schon immer ein Außenseiterdasein in der angepassten Tristesse des Besteckkastens geführt hatte.

Sie kam nicht von hier. Ihrer leichtmetallenen Beschaffenheit nach, die den Ausbruch maßgeblich unterstützt hatte, handelte es sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit um eine fernöstliche Billigproduktion, wog sie doch nicht mehr als ein solides Essstäbchen.

 

Da lag sie nun, in dem nicht sehr schmalen Spalt zwischen Kühlschrank und Küchenschrank. Unglücklicherweise war sie auf den Kopf gefallen. Ihr schlanker Körper funkelte triumphierend im Zwielicht meiner Küche.

Ich beschloss, sie dort weilen zu lassen und ihr in ihrer selbstgewählten Verlassenheit zuzuschauen.

Das war der Moment, in welchem ich mich in sie verliebte. In dem ich mich selbst in ihr erkannte.

Die Gabel wurde zu Gabel. Sie überschritt die Grenze der Gegenständlichkeit zum Wesentlichen hin. Der Verwesungsprozess hatte begonnen.

 

Mit meiner Verliebtheit kam das Bewusstsein der Vergänglichkeit und die Angst um ihren Verlust.

Ich begann mich zu fragen, ob sie irgendwann dem Zauber der Zeit anheimfiele, so wie alle Dinge und Wesen. Und wie sich dies an und in ihrem Körper manifestierte. Ob sie mich überleben würde, in ihrem chemisch aufbereiteten Metallmäntelchen.

 

Dann eines Nachts besuchte sie mich in meinen Träumen. Kerzengerade, wenn auch etwas schwankend, stemmte sie sich gegen einen nicht enden wollenden Orkan. Der Sturm wurde ob dessen zornig und erhöhte den Schwierigkeitsgrad, packte noch Regen und Graupel und Gewitter oben drauf. Schichten von Wolken umkreisten Gabel und lächelten sie nicht gerade wohlwollend an. Blitz und Donner prallten jedoch mühelos an ihrem zarten, doch zähen Metall ab. Gabels Metallmäntelchen warf interessante, unangepasste Reflexionen zurück in Richtung der aufgebrachten Wolkengesichter.

 

Die Gesichter der Wolken … bei näherem Hinschauen zeigten sie sich als rostige Ziffernblätter, die im Wind und Wetter und Getöse zielstrebig ihrem Takt folgten. Immer zur Zwölf hin und dann wieder von vorn. Jedes Uhrwerk bestand dabei auf seinem eigenen Rhythmus, verteidigte diesen volltönig, versuchte die takttickende Konkurrenz laut- und zeigerstark zu übertönen.

Und inmitten all dessen, meine Gabel. Ich war stolz auf sie! In unserer sturen Standhaftigkeit trafen wir uns, wurden für einen kurzen Moment eins, aus Gabel und ich wurde dann GablAnU.

 

Wir wurden immer enger, Gabel und ich. Bei Tag und bei Nacht und auch dazwischen. Im Zug saß sie neben mir. Beim Abwaschen kommentierte sie meine Gedanken. Auf der Bühne bekam sie von nun an immer einen Ehrenplatz.

Es war, als fertigte unsere Liebe unzählige Dubletten ihrer Gestalt. Vervielfältigte ihren zarten, leichtmetallenen Körper, projizierte ihn wider die Verlassenheit in die Welt hinaus.

Diesen im Zwielicht meiner Küche funkelnden Körper, der nach wie vor in jenem nicht sehr schmalen Spalt zwischen Kühlschrank und Küchenschrank weilte.

Meine physischen Augen wollten dies zumindest annehmen … glauben. Meist.

 

Meist?

Sicher war ich mir dessen schon längst nicht mehr. Immer häufiger sah ich mich selbst dort liegen, in jenem nicht sehr schmalen Spalt.

In einem Mantel aus Leichtmetall.

 

© Ann-Uta Beißwenger 2019

 

 

 

 

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