Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 

Like I have told you guys, I had to undergo another upper spine-surgery on Friday 3rd of July after my stupid fall the week before. 

I knew this would be much more challenging than the 1st surgery had been ... . Both implants had to be taken out and be substituted by metal cages, plates and bone-substitutes. My vertebral body had to be restored as well.

 

I still have problems talking/singing/swallowing/breathing ... will need another check-up on this next week. It definitely sucks!

Meanwhile I work on my new album "Sounds from Somewhere" which I hope to complete before I have to go to Rehab. I am in the process of rearranging and remixing some of the key-based compositions. And there will be some new stuff, of course. Right now I am working on a "Requiem for the Element of Water" with Vocoder/Synths, (real) Kalimba/Sansula and some spoken words in Kiswahili, the latter being another of my favourite languages ... 

 

It would be great, if you guys could support my compositions and survival with a donation!

More than ever I do not know how to pay my upcoming bills, as due to Corona and my spine-surgeries I was/am not able to perform live-music, -poetry and -rituals nor give readings ... but I do have a lot of additional medical bills to deal with. Therefore I'd be grateful if you could support my album-production and survival! 

Please send your donation via Paypal.me or via the button below:

 

Thank you!

 

Photo © Ann-Uta Beißwenger, 25th of July 2020

 

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Click here to find all links together, including some previews ... .

 

 

 

Glossary: Die Gabel oder über den Vorgang der Verwesung ...

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Es war Liebe auf den zweiten Blick.

Unsere Beziehung begann mit einem Ärgernis: Irgendwo zwischen Abtrocknen und Wiedereingliederungsversuch in meine nicht vorhandene haushaltliche Ordnung zog die Gabel die Verweigerung vor. Sie schlüpfte in den nicht sehr schmalen Spalt zwischen Kühlschrank und Küchenschrank. Ich empfand dies zunächst als reine Anmaßung. Doch etwas in mir, verunmöglichte es, sie der ursprünglich angedachten Ordnung rückzuführen.

 

Der subjektiven Wahrheit verpflichtet, muss ich rückblickend anmerken, dass die aufständische Gabel schon immer ein Außenseiterdasein in der angepassten Tristesse des Besteckkastens geführt hatte.

Sie kam nicht von hier. Ihrer leichtmetallenen Beschaffenheit nach, die den Ausbruch maßgeblich unterstützt hatte, handelte es sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit um eine fernöstliche Billigproduktion, wog sie doch nicht mehr als ein solides Essstäbchen.

 

Da lag sie nun, in dem nicht sehr schmalen Spalt zwischen Kühlschrank und Küchenschrank. Unglücklicherweise war sie auf den Kopf gefallen. Ihr schlanker Körper funkelte triumphierend im Zwielicht meiner Küche.

Ich beschloss, sie dort weilen zu lassen und ihr in ihrer selbstgewählten Verlassenheit zuzuschauen.

Das war der Moment, in welchem ich mich in sie verliebte. In dem ich mich selbst in ihr erkannte.

Die Gabel wurde zu Gabel. Sie überschritt die Grenze der Gegenständlichkeit zum Wesentlichen hin. Der Verwesungsprozess hatte begonnen.

 

Mit meiner Verliebtheit kam das Bewusstsein der Vergänglichkeit und die Angst um ihren Verlust.

Ich begann mich zu fragen, ob sie irgendwann dem Zauber der Zeit anheimfiele, so wie alle Dinge und Wesen. Und wie sich dies an und in ihrem Körper manifestierte. Ob sie mich überleben würde, in ihrem chemisch aufbereiteten Metallmäntelchen.

 

Dann eines Nachts besuchte sie mich in meinen Träumen. Kerzengerade, wenn auch etwas schwankend, stemmte sie sich gegen einen nicht enden wollenden Orkan. Der Sturm wurde ob dessen zornig und erhöhte den Schwierigkeitsgrad, packte noch Regen und Graupel und Gewitter oben drauf. Schichten von Wolken umkreisten Gabel und lächelten sie nicht gerade wohlwollend an. Blitz und Donner prallten jedoch mühelos an ihrem zarten, doch zähen Metall ab. Gabels Metallmäntelchen warf interessante, unangepasste Reflexionen zurück in Richtung der aufgebrachten Wolkengesichter.

 

Die Gesichter der Wolken … bei näherem Hinschauen zeigten sie sich als rostige Ziffernblätter, die im Wind und Wetter und Getöse zielstrebig ihrem Takt folgten. Immer zur Zwölf hin und dann wieder von vorn. Jedes Uhrwerk bestand dabei auf seinem eigenen Rhythmus, verteidigte diesen volltönig, versuchte die takttickende Konkurrenz laut- und zeigerstark zu übertönen.

Und inmitten all dessen, meine Gabel. Ich war stolz auf sie! In unserer sturen Standhaftigkeit trafen wir uns, wurden für einen kurzen Moment eins, aus Gabel und ich wurde dann GablAnU.

 

Wir wurden immer enger, Gabel und ich. Bei Tag und bei Nacht und auch dazwischen. Im Zug saß sie neben mir. Beim Abwaschen kommentierte sie meine Gedanken. Auf der Bühne bekam sie von nun an immer einen Ehrenplatz.

Es war, als fertigte unsere Liebe unzählige Dubletten ihrer Gestalt. Vervielfältigte ihren zarten, leichtmetallenen Körper, projizierte ihn wider die Verlassenheit in die Welt hinaus.

Diesen im Zwielicht meiner Küche funkelnden Körper, der nach wie vor in jenem nicht sehr schmalen Spalt zwischen Kühlschrank und Küchenschrank weilte.

Meine physischen Augen wollten dies zumindest annehmen … glauben. Meist.

 

Meist?

Sicher war ich mir dessen schon längst nicht mehr. Immer häufiger sah ich mich selbst dort liegen, in jenem nicht sehr schmalen Spalt.

In einem Mantel aus Leichtmetall.

 

© Ann-Uta Beißwenger 2019

 

 

 

 

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