Liebe Blog-Besucher/innen,

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herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 
Ich arbeite auf Hochtouren (und mit dilettantischer Begeisterung soundwise) an meiner EP. Neue Werke entstehen, den Musen sei Dank! Genre/Style sind gefixt ... es wird dramatisch-nerdig-orchestral ... und natürlich "deep and a little bit dark". Der Sound "ruft" nach Fantasy-Games/Filmen usw. Da die CD im Frühling rauskommen wird und der liebe Frühling so gar nicht meine favorisierte Jahreszeit ist, lautet der working-title "November in Spring" ... so wird das release-Datum akzeptabler *harhar ...
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I am listening and following the Muses' traces and whispers and work hard and stubbornly to manifest new compositions. Style/genre will center around nerdy-orchestral stuff, combined with my lyrics and vocals (of course). It would fit well into some sort of dark-fantasy-soundtrack ... let's see. As the EP will be released in March and spring definitely is not my favorite season, the working title is "November in Spring" and this works very well for me ... an acceptable compromise ... 

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Glossary: Über Plätzchen, Zweifel und die ewige Sehnsucht ...

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Man/frau braucht nicht viel, um Plätzchen zu backen. Ein wenig Butter, mehr Mehl, ein unveganes Eichen von möglichst glücklichen Hühnern zur Aufrechterhaltung der Illusion. Dazu noch politisch korrekten braunen Zucker oder doch lieber den bösen weißen. Und natürlich Backtriebmittel, denn ohne geht nix. Kneten, rollen, formen – ein echter Schöpfungsprozess. Je nach eigenem Geschmack und Bestreben, können dann noch Verzierungen und Aufhübschungen platziert werden.

Na, und ein Blech und Backofen wären nicht schlecht, denn die Zutaten und deren Zubereitung allein bringen zwar einen wohlschmeckenden, etwas verdauungsfeindlichen Rohteig, doch noch keine Plätzchen hervor.

 

Ich liebe die Vorweihnachtszeit mit all ihren bunten Plätzchen. Endlich sieht man sie mal, die Plätzchen. Ja, sie werden sogar augen- und geschmackgefällig zur Schau gestellt.

Den Rest des Jahres wird eher unterirdisch gebacken, in jenen versteckten Keksfabriken, deren Produkte lediglich verdeckt und tendenziell immateriell das Tageslicht erblicken.

 

Also, wenn ich zurückblicke, auf dieses fast vergangene Jahr, habe ich für meine Verhältnisse ziemlich viele Hoffnungskekse gebacken. Hab' sie sogar hübsch verziert, mit Blümchen und Federchen. In der kindlich-naiven Vorstellung, dass die Hoffnung, wenn schon nicht vom Weihnachtsmann, dann doch wenigstens von willfährigen, windigen Luftwesen zu einem potentiellen Erfüllungsort getragen wird. Nun, das ist nicht passiert – offenbar ist sie auf dem Weg durch die Wolken irgendwo verloren gegangen, die Hoffnung.

Dann waren da jede Menge Wutkekse am Start, die sind immer noch unterwegs und krümeln sich durch meinen Alltag. Ich wisch' sie ständig weg, die Krümel, aber es dauert nicht lange, und ich find' schon wieder welche. Dieser Prozeß führt unweigerlich zur Fabrikation neuer Wutkekse und das Sortiment wächst beständig, verbraucht jede Menge Mehl und Butter. Backtriebmittel hingegen gibt es im Überfluss und finden sich überall. Kein Mangel zu beklagen.

 

Weihnachten, dieser Ozean der wirtschaftsträchtigen Bedürftigkeiten, wird mir meer und meer suspekt.

Die Ego-Schiffe haben Hochkonjunktur, verborgen in den fluffigen Nebeln einer nächstenliebenden Wohltätigkeit. Der schmutzig-schwarze Dampf der Spendenmarathon-Kreuzzugschiffe verlegt die Sicht. Überall PR-Wolken. Der ewigblaue Himmel zieht sich dezent zurück in seinen wohlverdienten Weihnachtsschlaf.

 

Ich betrachte das alles mit ambivalenten Augen und suche mein Plätzchen im Zweifel-Gestrüpp.

Weihnachten, ein glitzernder Drogen-Trip auf der Suche nach endlich Liebe, Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit.

Ein Appell an die verlorene und/oder fremd gewordene innere und äußere Heimat.

Ein glöckchenheller Sehnsuchtshauch nach Frieden, der den Sturm des Krieges erneut entfacht.

Ein grünnadeliges Wirtschaftswunder, sich selbst finanzierend in einer geschönt verpackten, frei Haus gelieferten Geschenkewährung.

 

Mittels Geschenkeschleife wenigstens kurzfristig aus der Sinnlosigkeitsschleife ausscheren ... .

 

Und so backen wir alle Jahre wieder Plätzchen voller Sehnsucht ... nach Liebe, Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit ... Frieden.

Und wir essen (viel zu viele) Plätzchen, um uns nicht mehr so hohl und leer und einsam zu fühlen … in einer Welt der sinnflüchtigen Superlative.

Dabei vergessen wir nur allzu bereitwillig all jene Plätzchen, die wir in unseren unterirdischen Keksfabriken das ganze Jahr über gebacken und zumindest partiell in unseren Alltag gekrümelt haben … mitsamt all ihrer Verzierungen und Aufhübschungen.

 

Trotz alledem - auch ich kann und will mich dem duftenden Glitzerzauber nicht gänzlich entziehen. Eine leuchtende Kerze, ein leckerer Keks und ein heißer Tee inmitten von vorweihnachtlichem Trubel und Treiben sind schon ein Geschenk. Da braucht's kein Schleifchen drumherum.

 

In diesem Sinne: Eine frohe Vorweihnachtszeit - mit und ohne Plätzchen ….

 

Text und Foto © Ann-Uta Beißwenger 2018

 

 

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