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Karneval ... Leben 2017: Welche Maske/n trägst du?

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Mit Hilfe von Masken kannst du mit neuen Rollen auf der Bühne deines Alltags experimentieren. Du kannst auch experimentelle und rituelle Inseln schaffen, indem du im geschützten Rahmen von Gleichgesinnten verschiedene, neue Masken und damit verknüpfte Rollen gezielt ausprobierst. Dies kann für dein (Er)Leben sehr bereichernd sein.

 

Schwierig wird es, wenn du vergisst, deine Maske wieder abzunehmen. Sie verwächst mit deiner Haut, infiltriert das Gewebe deines Gesichts, deines Lebens. Wenn du die Maske dann zu einem späteren Zeitpunkt abnehmen möchtest, wird das schwierig bis unmöglich: Du kannst das Maskengewebe nicht mehr ohne operative Maßnahmen von deinem eigenen, ursprünglichen Hautgewebe, deinem Lebensgewebe trennen.

Aus dem Rollenspiel mit der Maske ist eine Gewohnheitsstruktur entstanden. Du hast dir die Maske einverleibt (oder die Maske dich) und läufst fortan mit einer fake-identity, mit einer falschen und geliehenen Identität durch dein Leben. Das Aufrechterhalten so einer fake-identity kostet viel Kraft, da du ständig aufpassen musst, dass dir niemand die Maske vom Gesicht reißt.

 

Das kommt dir bekannt vor?

 

Unter einer Maske bekommst du weniger Sauerstoff und auch das Hinausschauen fällt je nach Ausgestaltung der Maske schwer: Der Kontakt zu deiner Mitwelt wird zunehmend erschwert und eingeengt.

Je öfter und länger du deine Maske trägst, um so mehr gewöhnst du dich daran, dass du nur einen Bruchteil an Luft zur Verfügung hast und deine Umwelt nur ausschnittsweise und maskenspezifisch wahrnehmen kannst.

 

Du vergisst, dass es auf deinem Weg ein Innehalten gab, einen vielleicht flüchtigen Moment nur oder auch eine ausgedehntere Wegstrecke, in dem/auf der du die Entscheidung getroffen hast, die Maske aufzusetzen. Vielleicht hast du die Maske sogar selbst gestaltet. Vielleicht hast du sie auch von einem anderen Menschen übernommen oder dir aufsetzen lassen.

 

Wie auch immer du zu deiner Maske gekommen bist, wie sieht sie aus?

 

Manche Menschen benutzen ihre Masken, um sich bewusst darunter zu verschanzen, ihr wahres Gesicht zu verbergen. Sie haben vielgestaltige Ängste, sich „die Blöße“ zu geben, sich mit ihrem Sosein dem Rest der Welt (vor allem aber eigentlich sich selbst) zuzumuten. Sie verbringen ihr ganzes Leben undercover. Das kann man/frau machen. Dagegen spricht nichts, so lange dem Spiel eine eigene und bewusste Entscheidung zugrunde liegt. Um ein Leben zu leben und irgendwann zu sterben, musst du nicht unbedingt authentisch sein. Aber du könntest es versucht haben.

 

Denn die Sache ist auch die: Wenn du deiner Mitwelt und auch deinem Spiegelbild ständig eine Maske entgegenstreckst, werden die Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungstentakel deiner Mitmenschen sich an deiner Maske festsaugen und darin versacken. Die meisten Menschen sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie noch Interessen- und Achtsamkeitsenergie übrig hätten, um ihre Tentakel durch deine Maskenschichten zu bohren. Wozu auch?

 

Will heißen: Beschwere dich nicht darüber, dass keiner sieht/erkennt, wer du wirklich bist, was wirklich in dir steckt, wenn du ständig mit einer Maske durch deinen Alltag rennst.

Frage dich lieber selbst, warum du es nicht schaffst, deine Maske an den Nagel zu hängen … dem Leben und dir selbst direkt und ohne permanent Make-up, face-to-face, zu begegnen …

 

Falls du zu jenen Selbstdarstellern gehörst, deren Maske regenbogenfarben schillert und mit allen Künsten der Verführung gespickt vor sich hin blinkt, bist du wahrscheinlich süchtig geworden. Süchtig auf den Effekt, den deine Maskenvorstellung bei deinem Publikum hervorruft. Süchtig nach dem Applaus, dem Podest, der Bühne. Du hast deinen Regiestuhl in die Theaterwelt verlegt und dich von der Bühne und den Zuschauern abhängig gemacht. Auch dies ist prima, so lange du deine Inszenierungen durchschaust und es für dich ok ist, dass deine Bewunderer und Freunde sich lediglich für deine Glitzermaske interessieren und nicht für den Menschen dahinter.

 

Viele Menschen jedoch haben sich irgendwo in den Katakomben ihres Maskensortiments verloren … eigentlich wissen sie gar nicht mehr so genau, was Maske ist und was nicht. Und wo sie selbst „bei alldem“ geblieben sind.

 

Wie steht es um dich?

Welche Masken-Fetische hast du in deiner Sammlung?

Und: Was oder wer bleibt … wenn du alle Masken abnimmst?

 

© Ann-Uta Beißwenger 2017

 

Die Zeilen haben dir gefallen, haben dich inspiriert – du möchtest mehr davon?

Ich freue mich über einen energetischen Ausgleich - X Gebo X ... Geben und Nehmen ... Vielen Dank!

 

 

 

Die neuen Veranstaltungen für 2017 sind (weitestgehend) online

Die aktuelle Übersicht gibt es  hier

 

Über den Buchhandel und online erhältlich, mein Buch (in Print- und Ebook-Version):

 

Wortgemälde für den Weg

Eine Liebeserklärung an das Leben, den Tod und das Dazwischen

Lyrik - Kurzprosa - Fragmente

ISBN: 978-3-7412-7390-2

TB, 264 Seiten

 

 

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