Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 

Hier findet ihr Beispiele meiner Audioproduktionen und Verwortungen, garniert mit meiner Fotografie. Ich komponiere und schreibe über das, was mich bewegt, was mich anspringt. Sei es in meinen nächtlichen Träumen oder im Alltag. Die Themen und Formate variieren, je nachdem wie und was die Musen flüstern. Am liebsten flüstern sie im Morgengrauen ... so sitze ich oft lange vor dem Frühstück am PC/im Heimstudio und versuche das Kostbare und Flüchtige in Noten und Buchstaben im Hier und Jetzt festzuhalten ... zu dokumentieren ... bevor es sich dem (mehrheitlich) rationalen Tagesbewusstsein entzieht. 

 

In my blog you find some of my old and recent audio-productions, pieces of my poetry, black-humorous glossaries, essays and nerdy thoughts on topics talking to me in my dreams and during daytime, as well as some of my comments on current themes of this and other world(s) ... 

 

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Foto: © Ann-Uta Beißwenger, 11th of January 2021.

 

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Narratory: Eine kleine Virus-Geschichte … 

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Also ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, aber ihr ahnt es ja bestimmt schon: Wir waren die Ersten. Wo genau wir herkommen, verraten wir nicht, oder vielleicht haben wir es auch schon vergessen. Es ist einfach zu viele Replikationszyklen her. Aber wir werden die Letzten und dann wieder die Ersten sein, das ist sicher!

 

Mein Name ist CopyMax. Schon im zarten Alter von Zwanzigmilliarden (20.000.000.000!) Replikationszyklen habe ich die Fledermaus-competition gewonnen. Ich war einfach zu gut und ich bin es immer noch. Nein, ich bin sogar besser als jemals zuvor! Mittlerweile gibt es so viele von mir, dass wir uns nach neuen Vermehrungsstätten umschauen müssen, um uns nicht gegenseitig auf die Spikes zu treten.

DenkViel, ein guter Kumpel von mir, tüftelt seit einigen Replikationszyklen an einem aufregenden Plan.

Wenn du das hier liest, Unbekannter, sind wir schon mittendrin, im Plan. Yes!

 

Im Gegensatz zu unseren eingebildeten, ach so autarken, bakteriellen Verwandten, sind wir auf andere angewiesen. Zugegeben, wir haben schon ein Abhängigkeitsproblem, aber damit sind wir ja nicht allein.

 

Es begann damit, dass DenkViel meinte, wir sollten wieder vermehrt auf die Menschtiere setzen. Auch wenn das damals, vor 20 Jahren, ziemlich schief gelaufen ist. Er hat schon recht: Die Situation ist so nicht mehr tragbar! Es ist einfach unfassbar nervig, mit den Schuppentieren jede Nacht auf die Jagd gehen zu müssen. Man kann einfach nicht pennen, wenn sie ständig von Baum zu Baum zu hüpfen. Außerdem werden die Bäume sowieso überall gefällt, das schafft Unruhe und es ist abzusehen, dass wir irgendwann ohne Schuppentier dastehen. Dazu kommt, dass sie ständig so einen miefigen Gestank absondern, wenn sie sich bedroht fühlen. Und das tun sie ständig. Der Gestank vernebelt unsere Kommunikationssequenzen und ist einfach nur widerlich.

 

DenkViel sagt immer mit diesem erhobenen Spike, dass wir an unsere Zukunft denken müssten. Viele von mir und von uns verstehen dabei nicht, was „Zukunft“ bedeutet. Kann man das replizieren oder wenigstens besiedeln? Wir sind ja schon so sehr damit beschäftigt, die Gegenwart zu replizieren und können uns daher nicht vorstellen, dass das jemals aufhören könnte. Wozu also Zukunft?

 

DenkViel hat es nie leicht mit uns und versucht es dann anders ... mehr pragmatisch: „Stellt euch vor, ihr repliziert in einem Tier, das nicht jede Nacht auf die Jagd geht, sondern die ganze Nacht schläft. Ein Tier, das so viel Platz in seiner fetten Proteinhülle hat, dass ihr darin so viiiiele von euch hervorbringen könnt, dass … “ … DenkViel rudert verzweifelt mit seinen Spikes … „dass ihr euch um einen Faktor vermehren könntet, für den es noch keinen numerischen Wert gibt“.

Ich glaube, keiner von mir, auch nicht von uns verstand, was er meinte. Aber das ist auch nicht wichtig. Es reicht, dass es richtig gut klang. Und da war dieses Wort „viel“, das viel vorkam und das klang gut und vielversprechend und das haben wir alle verstanden.

 

Er erzählt uns was von Viruswanderung und Besiedelungsstrategien. Die meisten von uns unterbrechen den Empfang und fahren fort, sich weiter zu replizieren. Wen interessiert schon ein Umzug, wenn er sich doch hier vor Ort vermehren kann. Schuppentiermisere hin oder her.

 

Ich bin auch schon wieder fast zurück in diesem Vermehrungsmodus, der regelmäßig die Empfangssequenzen lahmlegt … Aber dann werde ich mit einem Mal aus meinem Replikationsnebel herausgerissen: DenkViel schaltet TravelMax ein, der nun fast 20 Jahre kaum repliziert hat!

 

„Leute“, funkt TravelMax in seiner etwas nuschelnden, beschwörenden Art in unsere Empfangssequenzen, „Wir können reisen, richtig weit, neue Produktionsstätten kennenlernen. Viiiiele, viele mehr, als damals vor 20 Jahren! In den Menschtieren haben wir viiiiiel mehr Platz und Nahrung als in sämtlichen Schuppentieren zusammen! Stellt' euch vor, um welchen Faktor wir uns in ihnen vermehren könnten! Das Menschtier hält auch viel mehr von uns aus, wir müssten nicht mehr so häufig umziehen. Es bleibt uns auch dann noch erhalten, wenn wir schon Mehrfach-Milliarden von uns produziert haben. Wir dürfen nur nicht die gleichen Fehler machen wie damals. Wir müssen mehr auf Undercover-Replikation setzen!“, funkt TravelMax und zuckt begeistert mit seinen Spikes.

 

Weiter konnte ich TravelMax nicht zuhören. Einfach zu viel Text. Ich steh' mehr auf Bilder und malte mir bereits in allen Farbsequenzen aus, wie das wäre, in so einem Menschtier. Denn die drögen Fledermäuse und auch die miefigen Schuppentiere waren ja sowieso immer nur eine Zwischenlösung gewesen. Die hielten ja nichts aus: *bämm, fielen sie von der Höhlendecke oder vom Baum und das bereits dann, wenn ich mich gerade mal warm repliziert hatte. Das war irgendwie unverschämt und gnadenlos frustrierend!

Aber diese Menschtiersache ist mir nicht so ganz geheuer … was passiert, wenn wir wieder entdeckt werden und uns nicht mehr vermehren können? Eine katastrophale, apokalyptische Vorstellung! Wir müßten dann vielleicht wieder zu den Pilzen zurück, oder gar zu den langweiligen, kommunikationstoten Algen, die gefühlt 3000 Replikationszyklen brauchten, um eine Minisequenz zu funken!

 

Doch dann melden meine Empfangssequenzen ein neues Signal, eines, das alle meine Bedenken in Replikationsgeschwindigkeit in eiweißhaltige Einzelteile zerlegte …

 

- to be continued -

 

Nachtrag 14. März 2020: Aufgrund der rasanten, aktuellen Entwicklung in Sachen SARS-CoV-2 in Deutschland und weltweit gibt es aus Respekt vor der Insgesamtsituation erstmal keine Veröffentlichung der Fotsetzung(en). 

 

Bitte beachten, das Copyright gilt auch für Übersetzungen: © Ann-Uta Beißwenger 2020

 

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