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"Finals almost done ...

Just one more

Live-thing to run

My ears ache

Need a break

Hope all the strain

Mixing fixing

Master disaster

Was not in vain 

(But anyhow

Have to admit

Beyond the pain

Still had some fun) ... "

(AnU, 13th of September 2019, the day after)

 

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Narratory: Vom Reisen mit unvollendeten Geschichten ...

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Reisen ist ganz einfach: Du steigst in ein Fortbewegungsmittel, möglichst eines der geschwindigkeitsschnellen Sorte und kannst dich bis zum Zwischenstopp/Umsteigen/Ziel weitestgehend sorgfrei zurücklehnen, sofern du nicht selbst am Steuer sitzt.

Dies ist möglicherweise ein Irrtum.

 

Wenn sich ein Lebewesen auf den Weg macht, bewegt es nicht nur seinen mehr oder weniger umfangreichen, für alle sichtbaren Körper von A nach B. Es nimmt auch alle seine Erfahrungen und Geschichten mit. Insbesondere jene, die noch nicht zu Ende geschrieben wurden. Sie flattern und baumeln in Form von glitzernden Fäden, starren Seilen und dicken Tauen um den Felsen, den Baum, den Specht, den Orka … um den Menschen herum, wo auch immer er – sie – es sich bewegt oder auch (scheinbar) nicht bewegt.

 

Die Luftgeister lieben es, mit den Fäden, Seilen und Tauen zu spielen. Wenn ein Lebewesen sich nach Luftgeisterauffassung (zu) lange nicht von der Stelle bewegt hat. Oder/und wenn den Luftgeistern – was sehr häufig vorkommt – langweilig ist. Dann sammeln sie sich und zuppeln und zerren so lange an den Fäden und Seilen des Kieselsteins, des Hirschs, des Zaunkönigs ... bis diese sich wieder auf den Weg machen.

 

Bei den Menschen macht das besonders viel Spaß: Die schleppen ganze Knäuel und komplizierte Geflechte von Fäden, Seilen und modrigen Tauen mit sich herum. Und sie bemerken nur wenige davon. Da lohnt es sich, dem Menschen dann und wann, am besten zusammen mit den Feuergeistern, etwas Dampf in ihre verklebten Geknäuel zu pusten und an den zahlreichen losen Enden mit vereinten Kräften gleichzeitig zu ziehen. Was für eine Party!

Die Menschen sagen dann, sie hätten „Stress“. Pah!

 

Jedes Lebewesen hat eine eigene Normalgeschwindigkeit, in der es sich ohne künstliche Beförderungsmittel fortbewegt: Das können zwei Zentimeter pro Jahr oder auch 60 Kilometer in einer Stunde sein.

Die meisten Steine, Pflanzen und Tiere arrangieren sich ganz gut mit der ihnen gegebenen Geschwindigkeit und nutzen die Kräfte von Wind, Erde, Wasser und Feuer, um für sich das Beste herauszuholen. 

 

Im Menschenreich ist das – wie so vieles – anders: Der Mensch tut sich schwer damit, sich mit seiner naturgegebenen Zu-Fuß-Geschwindigkeit zu begnügen. Er tüftelt an immer ausgefeilteren, technischen Errungenschaften, um seinen Körper noch schneller und noch weiter von A nach B bewegen zu können. Oder am besten gleichzeitig von A nach B, C, D … und zudem noch in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

 

Die meisten Tiere betrachten dies mit Argwohn und Basisunverständnis. Hast du schon mal einen Bären gesehen, der freiwillig in ein Flugzeug steigt? Also einen echten, lebendigen Bären … kein Plüschteddy und selbst der wird ja nicht gefragt, bevor du ihn in dein Handgepäck packst, oder?

 

Der Mensch ist wirklich sehr speziell: Er bewegt sich entweder gar nicht oder zu schnell … hockt an seinem Schreibtisch, vor dem Monster-Fernseher oder schläft. Oder er rast über die Autobahn, durchpflügt den Wald mit seinem Mountainbike und zerteilt Luft und Land in und mit metallenen Behältern.

 

Seine Fäden, Taue und Seilschaften nimmt er überallhin mit. Könnt ihr euch vorstellen, wie dicht bepackt so ein Metallbehälter ist, wenn hunderte von Menschen darin mitsamt ihrer fädigen Anhängsel in Höchstgeschwindigkeit durch die Landschaften und Lüfte schießen?

Manchmal sind es so viele offene Geschichten, die die Menschen mit auf ihre Reise nehmen, dass sie wie ein Kometenschweif hinter dem Metallbehälter her flattern. Dann müssen die Hochleistungsmaschinen der Behälter noch mehr Treib-Stoff bereitstellen, damit sie sich fahr- und flugplangemäß fortbewegen können. Das gelingt jedoch nicht immer.

 

Jeder Fortbewegungsbehälter mit seiner FadenMenschenfracht schlägt eine Schneise in die Landschaft und die Lüfte, durch die er sich bewegt: Wie ein scharfes Skalpell zerteilt er die örtlichen Gegebenheiten und die Luft-, Erd- und Wassergeister müssen immer wieder aufbrechen, um die Raumwunden notdürftig zu schließen. Da zu viele Metallbehälter, zu viele Menschen, zu viele unvollendete Geschichten zu schnell unterwegs sind, ist dies kaum zu reparieren.

 

So kommt es immer häufiger vor, dass die Geschichten der Menschen bleibende Spuren auf ihren Reiserouten hinterlassen. Die Orte und ihre Lebewesen übernehmen die Themen der Menschen und bilden sie mit ihren Werkzeugen und Möglichkeiten nach. Manchmal werden so an einem dem Menschen fremden Ort, die Geschichten des Menschen fortgesetzt und sogar vollendet. Der Mensch nennt das dann oft „Wunder-Heilung“ und sieht nicht, dass andere Wesen an einem anderen Ort für ihn gearbeitet haben.

 

Wenn ein Mensch zum Beispiel die Geschichte seiner Traurigkeit vor seiner Reise nicht zu Ende geschrieben hat und die schweren Fäden und Seile in den Metallbehälter mitnimmt, werden die Luft- und Wassergeister alles tun, um die Wolkenwesen zu versammeln, damit der Raum durch den Regen gereinigt und die Traurigkeit weit unten im Bauch von Mutter Erde geheilt werden kann.

Wenn das nicht klappt, weil alle Wolkenwesen bereits an einem anderen Ort im Einsatz sind, wird die Traurigkeit von den Zugvögeln aufgenommen, lässt sich auf ihren Flügeln und in ihrem Herzen nieder. Die Vögel werden zu erschöpft sein, um ihr eigenes Reiseziel zu erreichen. Oder die Traurigkeit bleibt in den Wipfeln der Bäume hängen, stülpt sich über deren Kraft und Lebensfreude. Lähmt sie, macht die Baumrinde porös und öffnet so Tür und Tor für hungrige Krankheitswesen.

 

Natürlich können die Menschen die Räder der Zeit nicht mehr zurückdrehen. Sie werden weiter und mit immer schnelleren und technisch perfekteren Metallbehältern durch die Landschaften und Lüfte reisen. Aber vielleicht gibt es unter den Menschen einige findige Köpfe, die Möglichkeiten finden, dass das Menschen-Reisen nicht immer so ein Durcheinander in den Mitwelten erzeugt.

 

Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, dass die Menschen ihre Fäden, Seile und Taue vor einer Reise anschauen, darüber reflektieren, sie sortieren.

Dass die Menschen ihre Geschichten zu Ende schreiben, bevor sie zu ihrer Reise aufbrechen.

 

© Ann-Uta Beißwenger 2017

 

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