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Ostern 2017: Über Hasen und Eier …

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Ostern, das Fest der Morgenröte, feiert das Leben. Genauer gesagt: Die Rückkehr von Licht und Leben nach einer Zeit der Zurückgezogenheit und Dunkelheit während des Winters.

 

Was sollen die ganzen Hasen und Eier beim Osterfest?

Und wieso bringt der Hase die Eier und nicht das Huhn?

 

Der Osterhase symbolisiert die Energie der Fruchtbarkeit und der Fortpflanzung. Dass das Leben, der Impuls des (Über)lebens, sich immer wieder durchsetzt. Against all odds. Wider alle Widrigkeiten.

 

So ein richtiger Hase (nicht die süßen Zuchtkaninchen, die gegenwärtig gewinnbringend durch die Werbelandschaften hoppeln!) ist schon eine imposante Erscheinung: die langen Hinterbeine, die doppelt so lang sein können wie die Vordertreter, die riesigen Ohren … ein Maximalgewicht von 7 Kilo … Ebenso imposant ist die Fortpflanzungsrate der Hasen: Ein Hasenpaar kann maximal 5 Nachwuchs-Würfe mit jeweils 1-5 Hasenkindern pro Saison hervorbringen.

Das müssen sie auch: Hasen (und Mäuse) stehen auf der Speiseliste der fleischfressenden Jäger (tierische und menschliche) ganz oben. Nur wenige Exemplare erreichen daher trotz massiver Vermehrungsoffensive ein Rentenalter.

 

Da wir schon dabei sind:

"Liebe Kinder und deren Eltern ..., wenn ihr bei der Ostereiersuche auf vermeintlich verlassene Babyhasen trefft, nehmt sie nicht mit und fasst sie bitte auch nicht an …" Häsinnen haben die Angewohnheit, ihre Zöglinge tagsüber sich selbst zu überlassen, sie nur morgens und abends zu säugen. Also kein Grund zur Panik und überambitioniertem, menschenbasiertem Helfersyndrom.

 

Das Ei, unser Oster-Symbol Nummer 2, ist die Grundlage des Lebens. Es ist notwendig, damit sich die Fruchtbarkeit und damit (potentielles, neues) Leben manifestieren kann. In vielen Kulturen steht es daher auch für die Wiedergeburt und einen – noch undifferenzierten – Neubeginn.

 

Wenn du das Ei färbst oder bemalst, fügst du der "potentiellen Manifestationsenergie" eine Richtung hinzu, das heißt, du kannst den Lebensimpuls in einen bestimmten Bereich lenken, in welchem er bevorzugt wirksam sein soll.

Mit einem grünen Ei, zum Beispiel, lädst du Hoffnung und Heilung in dein Leben ein,  mit einem gelben reiche Ernte und Wohlstand .... Wenn du christlich unterwegs bist, bevorzugst du vielleicht das rote Ei, das traditionell für das Blut Christi steht, welches bei der Kreuzigung vergossen wurde.

 

Um ein Ei zu produzieren und zu legen, braucht ein Huhn keinen Hahn. Damit daraus jedoch ein Küken schlüpfen kann, muss das Ei bevor es eine Schale entwickelt hat, von einem „Hähnchen“ befruchtet worden sein.

Während des Osterfestes geht es jedoch primär um das Ei, nicht um das möglicherweise daraus schlüpfende Küken.

 

Ein einsamer Osterhase ohne Ei in seinem österlichen Rucksäckchen würde etwas eindimensional für Fortpflanzungsaktionismus stehen/hoppeln und in seinem Tun ziemlich "fruchtlos versacken". Er braucht das Ei, um den Lebensimpuls darin verankern zu können. Damit das noch nicht vollends manifestierte Leben einen Nährboden und eine schützende Hülle hat, um – Befruchtung und Bebrütung vorausgesetzt – zu einem späteren Zeitpunkt schlüpfen zu können.

 

In unserem Alltag vergessen wir das oft: Wir haben eine Idee und wollen sie möglichst auf der Stelle umsetzen. Wir übersehen, dass die Idee als abstrakter Lebensimpuls zunächst Geborgenheit und Nahrung (also ein Ei) und Inspiration von außen (= Befruchtung) benötigt, um aus dem Abstrakten in den Bereich des konkret Greifbaren hinein zu reifen.

 

Jetzt ist es so, dass der Osterhase dir in der Regel die bunten Eier nicht direkt vor die Füße legt, sondern sie versteckt und du raus musst in den finsteren Wald (alternativ in den heimeligen Garten, auf den Balkon … oder wenn alle Stricke reißen … ins Wohnzimmer oder Badezimmer), um sie zu suchen … wieso?

 

Es kursieren einige Geschichten, woher der Brauch stammt. Die am weitesten verbreitete ist diese aus dem 16. Jahrhundert: Um die Göttin der Morgenröte Eostre oder Ostara zu feiern und ehren, beschenkte man sich in unseren Breitengraden anlässlich ihrer Feierlichkeiten mit Eiern als Symbol für die Wiederkehr des Lebens. Die christliche Kirche verbot im Zuge der allgemeinen Verfolgung naturreligiöser Praktiken das Überreichen der Eier und so gingen unsere findigen Vorfahren dazu über, das Brauchtum heimlich fortzusetzen und die Eier im Wald zu verstecken.

Hase und Ei als österliche Begleit-Symbole von Frühlings- und Sonnengottheiten wurzeln tief in den naturspirituellen Praktiken unserer Vorfahren. Das Verstecken der Eier kam erst später, aufgrund der religionspolitischen Entwicklungen hinzu.

 

Die Ostereiersuche kann richtig Spaß machen. Zugegeben.

 

Dennoch – vielleicht wäre es auch mal an der Zeit, sich die Symbole für die Wiederkehr des Lebens wieder direkt, von Angesicht zu Angesicht – zu (ver)schenken. Sie nicht irgendwo zu verstecken. Denn so manches Ei verfault unter beschaulichem Moos oder in der Ecke deines Wohnzimmers … und stinkt sehnsüchtig vor sich hin.

 

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

 

 

© Ann-Uta Beißwenger 2017

 

 

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Eine Liebeserklärung an das Leben, den Tod und das Dazwischen

Lyrik - Kurzprosa - Fragmente

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TB, 264 Seiten

 

 

 

 

 

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