Liebe Blog-Besucher/innen,

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Hier finden Sie eine Auswahl meiner Essays (Fragmentaries), Lyrik (Lyricals), Kurzprosa und Audios.
Here you find a wild selection of my essays (fragmentaries), poems (lyricals), short prose and musical compositions (audios).
 
Nach über 15 Jahren "Heilkunde-Praxis" habe ich mich aus diesem Bereich verabschiedet und feile nun verstärkt an meinen schreiberischen und musikalischen Kompositionen. Mein Basisbrot verdiene ich über einen Teilzeitjob in einem inspirierenden Buchantiquariat und arbeite parallel hart und hingebungsvoll daran, nach und nach wieder über das professionelle Schreiben und vor allem auch über "die Musik" zu meinem Lebensunterhalt beitragen zu können. 
Aktuelle Projekte
Schreiben: ein deutsch- und ein englischsprachiger Roman, sowie kurzformatige philosophische Essays und wie immer ... meine geliebte Lyrik.
Musik: Zur Zeit beschäftige ich mich intensiv mit der Zusammenführung elektronischer Musik und "archaisch-ritueller Elemente" ... 
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Über das Sich Bewegen im Leben Anderer …

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Es ist verführerisch, sich im Leben anderer zu bewegen: Indem du dich vermeintlich um andere sorgst und kümmerst, stellst du sie zwischen dich und deinen Weg … oder noch ausgeklügelter:

Du machst die Anderen zu deinem Weg.

 

Leider (?) ist es so, dass die Anderen das oft gar nicht wollen, dass du sie zu ihrem Weg machst. Sie haben ihre eigenen Pfade im Visier, wollen ihnen folgen, fühlen sich von dir überschattet bis festgeklebt und vereinnahmt.

 

Gerade als Mutter oder Vater passiert uns das oft: Wir wollen ja „das berühmte Beste“ für unser Kind. Doch um wessen „Bestes“ handelt es sich eigentlich?

Wir glauben, „na, ja, ich wollte als Kind dieses und jenes, habe es nie gehabt, also soll mein Kind das jetzt haben“.

Oder du hast etwas nie gekonnt, also, klar, wird dein Kind auch nie musizieren, tischlern, klettern … können. Ist ja halt dein Kind! Es darf das nicht können! Heißt, du wirst teil-bis unbewusst alles tun, um dein Kind von seinen Hirngespinsten, vom Musizieren, Tischlern, Klettern … abzubringen.

Für sein/ihr Bestes, natürlich ... 

 

Auch in Berufen mit potentieller Missionsebene passiert es oft: Als Lehrerin meinst du zu wissen, dass das Zuhause deines Schülers ungünstig für ihn ist und seinen Weg blockiert. Du ärgerst dich darüber, dass er sich alles gefallen und sich von dir nicht animieren lässt, aus seinem Umfeld auszubrechen. Wer bist du und vor allem wo bist du da gerade …?

 

Sich im Leben anderer zu bewegen ist sehr bequem und praktisch: Du verlagerst sämtliche Verbindlichkeiten in ein diffuses Außen. Die anderen sind dein Schutzschild, hinter dem du deine mit einer Scham-/Feigheits-/Bequemlichkeitsbrille betrachteten viel zu abwegigen Seelenpilgerpfade verbergen kannst. Du verschanzst dich hinter den Bedürfnissen der anderen, um deine freudlose Wohlfühlblase und die damit verbundene, gewohnheitsbasierte Sicherheit aufrechtzuerhalten.

 

Manche Menschen benutzen das Leben anderer ganz gezielt als Spiel- und Testwiese für ihre eigenen Visionen: Sie manipulieren dich, die von ihnen anvisierte Autobahnausfahrt zu nehmen. Du rast auf einer fremden Autobahn in Richtung fremdbestimmter Ziele. Erst wenn du unterwegs verunfallst, wachst du (hoffentlich) auf und fragst dich, in was oder besser, in wessen Traum und Trance du dich da eigentlich die ganzen Jahre bewegt hast.

 

Das Sich im Leben anderer bewegen fordert seinen Tribut: Indem du dich selbst über den Weg eines Anderen stülpst, platzierst du auch deine Lebenskraft außerhalb von dir.

Dies führt nicht nur zu (chronischer) Erschöpfung, Lustlosigkeit bis hin zu depressiven Dauerzuständen … es führt energetisch auch dazu, dass du heimatlose Fremdenergien einlädst, bei dir einzuziehen. Da deine ganze Aufmerksamkeit nach Außen gerichtet ist, bemerkst du deine Untermieter und deren Einflussnahme nicht und wirst so selbst zur Tankstelle und zum Spielball anderer. Auf die (oft schwarzhumorigen) Wege des Großen Geflechts ist Verlass …

 

Zugegeben – es ist nicht einfach, sich rauszuhalten.

Es ist nicht einfach, die eigenen Tentakel aus dem Draußen nach Drinnen einzuziehen und dort bei und mit sich zu verweilen, zu schauen, sich selbst auszuhalten.

Sich dort, ganz tief Drinnen zu sorgen und zu kümmern, ohne ständig wieder gierig und ängstlich zugleich nach Draußen zu schielen.

Sich zumindest zeitweise und immer wieder zu kümmern und zu sorgen um den eigenen Weg, zurückzukehren zu dem, was dich ganz tief in dir berührt und bewegt.

 

Nach Weihnachten mit damit verbundener nach Draußen orientierter, zuckerverklebter „Gutmensch-Charade“ ist jetzt zwischen den Jahren und Dingen die perfekte Zeit, den Zuckerguss abzuwaschen und sich dem Wichtigsten und Kostbarsten in deinem Leben zu widmen.

Dem, was bleibt, wenn alles andere auf deinem Weg wegbricht: Dir selbst.

Erst dann, wenn du tief Drinnen bei dir selbst angekommen bist, kannst du dem Anderen achtsam und heilsam begegnen. Ohne in dessen Räumlichkeiten zu wildern, sie dir anzueignen oder/und die deinigen über die des Anderen zu stülpen.

 

© Ann-Uta Beißwenger 2017

 

 

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