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Über Gärten und Herzen …

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Es gibt verschiedene Garten-Arten, die sich nach ihrer Hauptfunktion in unterschiedliche Kategorien hinein zäunen lassen: so genannte Nutzgärten mit Obst- und Gemüseanbau, Freizeitgärten, Zier- und Kunstgärten, die guten alten römischen Lust- und Prunkgärten, Lehrgärten (z.B. Kräuter- und Baumgärten), Naturgärten (weitestgehend sich selbst überlassen), spirituelle Gärten (angelehnt an die Heiligen Haine unserer Vorfahren/innen) …

 

Viele Gärten unserer heutigen Zeit sind etwas unentschiedene Mischgärten: Auf (meist) engem Raum werden so viele Optionen wie irgend möglich hineingequetscht:

Hinten ein bisschen versteckt die Gemüse und Kräuter, irgendwo mittig, jedoch abseits des englischen Rasenquadrats, ein paar hochgeedelte Obstbäume. Vorne zum Zeigen, wie entspannt und hipp man so ist, die in Form geschorene Asienabteilung mitsamt Discounter-Buddhastatue und Plätscherquelle, gleich neben den verschämten Gartenzwergen. Und nicht zu vergessen, das Prunkstück und der Mittelpunkt eines modernen Gartens: Der leistungsstarke, möglichst wetterunabhängige Grill!

Gehören Kinder und Hunde zur Gartennutzungsgemeinschaft, gibt es noch entsprechende Hüpfburgen- und Hütteninstallationen, um diese zu beschäftigen, ihre Aktivitäten zu binden und sie bei Laune zu halten.

 

Die Gärten reflektieren den allgegenwärtigen Hang zur (kontrollierten) Hyperoptionalität: In jeden Moment, an jeden Ort so viele Möglichkeiten wie möglich hineinzupacken. Und diese mit Bewegungsmelder und Heckenschere kontrollieren und nach eigenem (oder amtlichem) Gutdünken formen und/oder einsatzbereit halten.

Da eben diese Möglichkeiten in der Folge auch entsprechend gepflegt werden müssen, um zu gedeihen oder wenigstens „am Leben“ zu bleiben, produzierst du dir am laufenden Meter Stress und Druck. Oder potentiellen Ablenkungsvorrat: Der Garten als Beschäftigungsquelle und Flucht-Raum, um dich vor unangenehmen Themen im "utgardischen Außerhalb" ( siehe dazu Teil 1) und/oder in deinen Bewusstseinslandschaften zu drücken.

 

Ein Garten kann dir jedoch auch helfen, Wege aus der Hyperoptionalität zu finden. Dein Bewusstsein, dein Leben zu bündeln, zu fokussieren – und zu verwurzeln.

Ein Garten im Außen kann dir helfen, in deinem Inneren zu dir selbst zurückzufinden. Mit dir und deinen Themen ins Reine zu kommen. Frieden zu schließen, mit deiner Gegenwart, deiner Vergangenheit und mit deiner Zukunft.

 

Damit dies funktionieren kann, musst und darfst du herausfinden, wo sich das Herz deines Gartens befindet.

Denn dein Garten ist ein Wesen wie du und ich – nicht unbedingt nach exakt menschlich-anatomischem Strickmuster, jedoch mit ähnlichem Zusammenwirken von Kopf, Armen oder Flügeln, Beinen, Gedärmen und vergleichbaren Kompostieranlagen … und eben dem Herz, dessen Pulsieren deinen Garten mit Mutter Erde und Vater Himmel verbindet.

 

Bevor du also weiter buddelst und gräbst, hypermotiviert säst und pflanzt, suche erstmal nach dem Herzen deines Gartens. Wo schlägt es? Hat es den Platz und Raum, den es benötigt? Welche Pflanzen, Bäume … wachsen dort? Oder ist es begraben unter einem adretten Pflastersteinrelief?

 

Du hast keinen Plan, wie du das Herz deines Gartens finden kannst?

Tatsächlich gibt es dafür keine allgemeingültige Gebrauchsanweisung. Außer vielleicht einer gemeinsamen Grundlage: Das Herz - nicht nur das deines Gartens - findet sich nur in der Ruhe, in der Stille. Ohne Ablenkung. Ohne inneres und äußeres Radiogeplärr. Im Rascheln und Flüstern der sprießenden Blätter und Blüten. Vorzugsweise in den Übergangszeiten, morgens vor Sonnenaufgang oder abends bei Sonnenuntergang. Oder unter dem noch kühlen Funkeln des sternenden Nachthimmels.

 

Das hilft alles nicht?

 

Dein Garten gehört zu jenen zeitgenössischen Exemplaren, in denen das Herz tief in der Erde unter transgenerationalen Trümmerlandschaften verschütt gegangen ist? Dann darfst du erst noch auf Geocaching-Schatzsuche gehen, bevor du es ent-deckst.

Oder dein Garten zählt zu den goethischen Gärten und in ihm schlagen mindestens zwei Herzen … mit entsprechenden, energetisch-zerreißenden Folgen ...?

 

Wie auch immer: Ohne kraftvoll pulsierendes Herz mutiert dein Garten zum Frankenstein-Experiment: Er wirkt künstlich, patchworkmäßig zusammengesetzt und leblos.

 

Jetzt ist die (Jahres)zeit, um dies zu ändern: Finde das Herz. In deinem Garten. In deinem Leben.

 

© Ann-Uta Beißwenger 2017

 

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Über den Buchhandel und online erhältlich, mein Buch (in Print- und Ebook-Version):

 

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Eine Liebeserklärung an das Leben, den Tod und das Dazwischen

Lyrik - Kurzprosa - Fragmente

ISBN: 978-3-7412-7390-2

TB, 264 Seiten

 

 

 

 

 

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