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Hier findet ihr Beispiele meiner Audioproduktionen und Verwortungen, garniert mit meiner Fotografie. Ich komponiere und schreibe über das, was mich bewegt, was mich anspringt. Sei es in meinen nächtlichen Träumen oder im Alltag. Die Themen und Formate variieren, je nachdem wie und was die Musen flüstern. Am liebsten flüstern sie im Morgengrauen ... so sitze ich oft lange vor dem Frühstück am PC/im Heimstudio und versuche das Kostbare und Flüchtige in Noten und Buchstaben im Hier und Jetzt festzuhalten ... zu dokumentieren ... bevor es sich dem (mehrheitlich) rationalen Tagesbewusstsein entzieht. 

 

In my blog you find some of my old and recent audio-productions, pieces of my poetry, black-humorous glossaries, essays and nerdy thoughts on topics talking to me in my dreams and during daytime, as well as some of my comments on current themes of this and other world(s) ... 

 

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Foto: © Ann-Uta Beißwenger, 11th of January 2021.

 

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Über sichtbare und unsichtbare Bedrohungsszenarien und zarte Hoffnungsschimmer … 

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Gestern nach dem vierten Versuch innerhalb von drei Tagen vermochte ich tatsächlich, eine (!) Packung Klopapier zu erjagen. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass mich dieser Sachverhalt zu einem Gefühl des Triumphs hinreißen würde! Der Ladenpreis war hoch, doch noch höher war der Preis des den Panikwellen anderer ausgeliefert zu werdens, während dem erneut viel zu dicht aufgereihtem, endlosen Warten an der einzigen, besetzten Kasse. Auf meinen wohlgemeinten Hinweis in Richtung der aufgeregten alten Dame vor meinem Gesicht, sie möge doch bitte den Mindestabstand einhalten (immer wenn ich ihr auswich, rückte sie kreischend nach), entgegnete sie mir: „Das wird doch nur über die Luft übertragen!“, und ich solle mich nicht so anstellen. Nach einigen Sekunden Eigenregulation im Sinne von „mach' hier keine Szene … und die hat halt Angst, hat vielleicht als Embryo noch den "Kriech" miterlebt“, habe ich mich bemüht, ihr den Tröpfchen-Übertragungsweg ruhig aber bestimmt zu vermitteln. Darauf hin hat sie sich 1 Meter wegbewegt und verschonte mich mit weiterem feuchten Panikzugetexte. Immerhin!

 

Abends dann, die Ansprache der Kanzlerin. Ich lauschte gebannt, und ja, ich freute mich über die Worte, die so klar, nüchtern, aber dennoch besorgt und (endlich!) bestimmt rüberkamen …. doch dann Feuerwehr und noch mehr Feuerwehr und nein, sie fuhren nicht vorbei wie sonst, sondern blieben vor unserem Haus stehen. Bis das dann in meinem Frontalhirn und nochmal später in meiner exekutiven Muskulatur ankam und ich schließlich zum Fenster rannte, stand schon die gesamte Nachbarschaft gegenüber auf der anderen Straßenseite und schaute rüber. Das an mein Domizil angrenzende Haus brannte und die Funken flogen an meinem Dachfenster vorbei. *hmm … nun das noch. Einen Rucksack gepackt, mit dem Notwendigsten, für alle Fälle. Doch was ist eigentlich das Notwendigste? Papiere, MacBook, Festplatten … wenigstens ein Keyboard … Querflöte oder Hagström? Dann die Entwarnung, wir konnten bleiben, nur die Nachbarn wurden evakuiert. Das war knapp. Und es war der dritte Brand „seit Corona“ in unserem Denker-Viertel. *hmm …

 

Ja, da gibt es Corona und es lauert irgendwo im Hinterhalt, unsichtbar und potenziell fies. Und dann gibt es all die anderen Dinge, die äußerst sichtbar und auch fies sind, die sich überhaupt nicht durch das, was unsichtbar lauert, beeindrucken lassen.

Wir können auch weiterhin an einem Herzinfarkt sterben, von einem Auto überfahren werden und einem Brand zum Opfer fallen. Vielleicht sogar eher noch „als sonst“: Die ganze Panikenergie ist auf das Virus abonniert. Man/frau verliert den Blick für das Drumherum. Vielleicht verlieren wir auch die Kapazitäten für das Drumherum. Denn so multitaskingfähig wie wir uns gerne präsentieren, sind wir möglicherweise gar nicht.

 

Der Morgen danach … gerade komme ich von einem Überlebensmittel-Einkaufseinsatz.

Ich hatte wirklich Bedenken, es noch einmal zu wagen. Aufgrund meiner aktuellen Lebenssituation habe ich gar nicht die finanziellen Mittel und auch nicht den Stauraum zu hamstern, und ich frage mich schon die ganze Zeit, wie die „Masse“ das eigentlich so hinbekommt. Na, ja, vielleicht geht der Trend vom Boxspringbett zum Toilagerstapelbett. Not macht bekanntlich erfinderisch.

Oh Wunder! Eine Nacht nach Merkels Ansage, *wow: Die Mindestabstände werden eingehalten … ok, gepanikt wird immer noch lautstark, also noch lauter, um den Mindestabstand zu überbrücken. Aber wozu gibt es MUSIC und Airpods, den Technikgöttern sei Dank: "Hey Siri, mach' die Musik lauter ... !"

 

Überarbeitung 20. März 2020:

Das "Wunder" war singulärer Natur: Wie sich im Verlauf des Tages zeigte, ereilte es lediglich den Biomarkt und die DHL-Poststelle. Das Ignorieren zieht sich durch sämtliche Altersgruppen und betrifft durchaus Menschen, deren Augen noch nicht völlig entleert und abgestumpft sind. Was es jetzt nicht wirklich besser macht. In Cafés und auf Parkbänken dicht auf dicht hockende Rentner (!) .... wie war das nochmal? "Weshalb" machen wir das hier alles? Voll besetzte Spielplätze, nicht nur mit Kindern, sondern auch mit "aufpassenden", aber ansonsten ignoranten Erwachsenen. Vielerorts sich gruppierende Jugendliche: "Hallo Fridays-for-Future-Generation .... ok, dabei geht es vor allem um eure Zukunft. Aber vielleicht ist es jetzt mal an der Zeit, an das Hier und Jetzt und an die unmittelbare Zukunft zu denken, nicht nur an die eurige, sondern darüber hinaus an die eurer Großeltern und kranken Familienmitglieder ... die haben nämlich auch ein Recht auf eine Zukunft, genau wie ihr!"

 

Vielleicht kommt uns das freundlicherweise herannahende "arktische Tief" in den nächsten Tagen zuhilfe. Es deckelt die Versammlungsbereitschaft an frischer Luft, man könnte sich ja erkälten. Aber das kann nur Notbehelf sein. Kriegen wir das wirklich nicht ohne "äußere Autoritäten" auf die Kette? Brauchen wir immer wieder einen Kaiser, Diktator, whatsoever, der /die/das uns unter Androhung von "Bestrafung" an die Leine nimmt ... und vor allem ..., der uns das Denken abnimmt?

 

Dennoch so krass das alles ist, was aktuell passiert …: Corona ist eine fette Chance, ein brutaler Spiegel, der uns Menschen vor das verwöhnte Wohlstandsnäschen gehalten wird. Der Blick in die menschlichen Abgründe ist wunderbar ernüchternd. Man weiß wieder, woran man ist! Illusionen werden auf den Kopf gestellt: Ich gebe zu, ich habe bisher immer mehr an "der Politik" gezweifelt als am "Volk". Jetzt bin ich etwas vorsichtiger geworden mit solchen Pauschalisierungen - egal in welche Richtung sie zielen ... 

Da auch das sich im Rudel zusammenrotten und gemeinschaftlich „hochjammern“ zumindest in physischer Manifestation zur Zeit erschwert wird, ist die Corona-Krise eine super Gelegenheit zu schauen, was die eigene kleine Welt wirklich im tiefsten Innern zusammenhält. Was für den Einzelnen wirklich zählt. Und was man selbst als Individuum dazu beitragen kann, damit diese Erde wieder bereit ist, auch uns Menschtieren erneut ihr wohlwollendes Asyl zu gewähren.

Das wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um Herz und Hirn in diesem Sinne einzusetzen, und die Hirnwindungen nicht weiteren statistikbasierten Panikspiralen zu überlassen.

 

© Ann-Uta Beißwenger, 19. März 2020

 

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