Liebe Blog-Besucher/innen,

Dear visitors of my blog,

 

herzlich willkommen in meinem Blog! Welcome to my blog!
 
Mein Name ist AnU.
Die Technik-Prüfung ist bestanden und nun "darf" ich mich um meine Semester-Abschlusskomposition kümmern ... und weiter Musiktheorie lernen.
Daher habe ich mir für die kommenden Wochen eine Blog-Pause verordnet.
Ich muss mich auch um die Finanzierung des nächsten Semesters kümmern.
Da dieses eine doppelte Studiengebühr (plus Zugtickets nach FFM) bedeutet, weiß ich zur Zeit nicht, wie ich das finanztechnisch hinbekommen soll (trotz Arbeiten rund um die Uhr ... ich habe definitiv den falschen Job, moneywise betrachtet ...).

Bitte unterstütze mein Studium, Schreiben und Komponieren mit deiner Spende/Kooperationen/Sponsoring ... 

 
My name is AnU.
I have passed intermediate-exams ... now finals and the major final composition are coming up. Therefore I will need all my time and energy to somehow get myself to focus on composing (and studying) "on the grid". Also I am worried about how to manage the next semester as this will mean double academy-fees plus all those nasty train-tickets to Frankfurt. I am already working night and day, but it seems, I definetely have the wrong job, moneywise at least.
Please support my musical professionalization, my writing and composing  with your donation/cooperation/sponsorship:
 
Vielen Dank! Thank you!
 

Viel Lärm um alles …

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Das Gespräch von Mensch zu Mensch unterfüttert und parallelisiert durch die Inhalte des beiläufigen Geplärrs aus dem Radio oder wahlweise durch die be-ton-ten Bildabfolgen des TVs in HD-, hochauflösender, Qualität: Die Worte und Laute aus den Konserven mischen sich mit deinen und meinen Worten. Lösen sie aus ihren Zusammenhängen. Kontextualisieren sie neu.

Binden die Aufmerksamkeitsenergie, ziehen sie ab, aus dem Raum zwischen dir und mir. Verströmen ihre verführerischen Lockstoffe, um ausscheren zu können, aus dem Raum zwischen dir und mir. Überlagern, verhüllen und verwischen die Botschaften. Schaffen einen undurchdringlichen Klangwald, der im Nebelreich zwischen uns verklingt. Spuren von klammem Missverstehen säend und hinterlassend.

Immerhin versuchen wir es noch, miteinander zu sprechen, denke ich semiresigniert – im Zeitalter von Whatsapp, Gesichtsbuch und sms scheinen wir uns damit schon auf nahezu Mammutniveau zu bewegen. Aus der Zeit gefallen.

 

Ich brauche frische Luft, fahre raus aus der Stadt mit ihren stickigen Klangwäldern.

Draußen in der Natur, endlich mal wieder tief durchatmen, Ruhe finden. Handy ausstellen. Den Kontakt zu Bäumen und Tieren suchen. Vielleicht auch zu mir selbst. Doch die Großstadt drückt auch aus der Entfernung dem Wald ihr Klangsiegel auf: Das Hintergrundrauschen der fernen Autobahn wird nur selten für einen kurzen Moment durchbrochen. Die Lautschweife der Flugzeuge erinnern an die Betriebsamkeit unserer Zeit. Damit wir sie bloß nicht vergessen, mitten im Wald. Ihre dicken Bäuche angefüllt mit Menschen und Waren, den Himmel unermüdlich mit ihren Flugrouten fragmentierend und durchziehend, zerschneiden die fliegenden Metallbehälter die potentielle Stille.

 

Zurück zu Hause. Das Fußballspiel: Deutschland gegen Tschechien. Die Pässe und Tore will ich sehen, die Strategien verfolgen, mir meine eigenen Gedanken dazu machen, das Ganze auf mich wirken lassen. Dreiviertel meines Achtsamkeitsheeres ist damit beschäftigt, den übereifrigen Kommentator aus meinem Wahrnehmungsraum herauszuhalten. Er versucht mit seinem Ego, den Raum zwischen mir und dem Spielfeldgeschehen zu befüllen: Mit einem Zuviel an nicht unmittelbar Geschehnis-relevanten Anekdötchen und Informatiönchen aus seiner zugeschalteten Konserve, baut er pralle und sperrige Datenschleifen. Sie locken vom eigentlichen Geschehen auf dem Spielfeld weg und spalten das Ganze auf in Spielebene und Erzählebene, die nur selten miteinander korrespondieren.

Ich besinne mich auf den glücklichen Rest von Eigenmacht, und schalte den Ton ab.

 

Auf individueller Ebene stellt viel Lärm um alles eine perfekte Nahrungsquelle für das hungrige Ego bereit: Mit viel Schall und Rauch wird aufgebauscht und aufgeschäumt, was ansonsten die Wahrnehmungsschwelle anderer kaum passiert hätte. Künstliche Blumen werden gestreut, auf eine ansonsten unscheinbare und karge (Spiel)Fläche aufgebracht.

Wirbel, Wogen und Wellen im Außenraum, mit geschäftstüchtiger Umsicht werbewirksam inszeniert, lenken zudem ab von der kindlichen Bedürftigkeit und Bedeutungslosigkeit in den Innenräumen der Beteiligten.

 

Auf kollektiver Ebene ist Reizüberflutung – akustisch, visuell – eine willkommene Prophylaxe vor zu viel Tiefgang. Ein Garant für pflegeleichte und möglichst schmerzfreie Oberflächlichkeit: Den Raum zwischen dir und mir mit Bild- und Klangfragmenten zumüllen, verstopfen – damit wir die Leere und Einsamkeit nicht sehen und vor allem nicht fühlen.

Damit kein Raum bleibt, für die Fragen, die wir uns ansonsten stellen müssten – über uns selbst, über unser Leben und über die Welt, in der und mit der wir leben.

Damit keine Kraft und Energie mehr übrig bleiben, um eine zu sehr gebündelte Aufmerksamkeitsenergie nicht-zeitgeistkonformen „Gedanken und Taten“ zuzuführen …

 

 

*Pling *plang

*Kreisch *brüll

Schrille Bilder

Klang-Müll

Schieben sich

Zwischen dich

Und mich

Halten uns

In der

Oberflächlichkeit

Ganz im Sinne

Unserer Zeit

 

Kaufen, sollst du

Dich berauschen

Sollst du

An Bild und Ton

Ertrinken, sollst du

Dich vergessen

Sollst du

In der Bild- und

Klang-Installation

 

*Pling *plang

*Kreisch *brüll

Schrille Bilder

Klang-Müll

Ich will mehr davon

In Bild und Ton

Komm spiel mit mir

Spiel dich dumm

 

© Ann-Uta Beißwenger 2016

 

 

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Ab sofort über den Buchhandel und online erhältlich, mein Buch (in Print- und Ebook-Version):

 

Wortgemälde für den Weg

Eine Liebeserklärung an das Leben, den Tod und das Dazwischen

Lyrik - Kurzprosa - Fragmente

ISBN: 978-3-7412-7390-2

TB, 264 Seiten

 

 

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